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Landeselternrat: Lehrer sollten weniger klagen

11.08.2019 - Viel Arbeit, zu geringe Bezahlung: Dieses häufig beschworene Bild schrecke junge Menschen vom Lehrerberuf ab, meint der Elternratsvorsitzende. Er fordert eine positive Imagekampagne - und hat unkonventionelle Vorschläge zur Behebung des Lehrermangels.

  • Der Landeselternrat appeliert an die Pädagogen, ihren Beruf positiver zu sehen. Foto: J. Stratenschulte/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Landeselternrat appeliert an die Pädagogen, ihren Beruf positiver zu sehen. Foto: J. Stratenschulte/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels appelliert der Landeselternrat an die Pädagogen, ihren Beruf positiver zu sehen. «Das ist auch selbst gemachtes Leid: Das ständige Klagen über zuviel Arbeit für zuwenig Geld schreckt Abiturienten ab, sich für den Beruf zu entscheiden», sagte der Vorsitzende Mike Finke der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Die Debatte über die Lehrerbesoldung müsse relativiert werden. Im Vergleich zu anderen Landesbediensteten wie etwa Polizisten, die bei Einsätzen Gefahren auf sich nähmen, seien Lehrer gut gestellt, so Finke. Das Kultusministerium oder auch der Bund müssten eine positive Imagekampagne für den Beruf starten.

Die Lehrerverbände und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern seit langem eine finanzielle Gleichstellung von Grund-, Haupt-, und Realschullehrern mit Studienräten an Gymnasien. Diese erhalten derzeit je nach Dienstalter zwischen 300 und 500 Euro mehr als Pädagogen an den anderen Schulformen. Die Landesregierung hat einen ersten Schritt zu einer Anpassung unternommen. Vom kommenden Jahr an sollen Lehrerinnen und Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen, die als Beamte nach A12 besoldet werden, monatlich 94 Euro mehr bekommen.

Wie auch in anderen Bundesländern fehlen in Niedersachsen Lehrkräfte. Derzeit sind laut Kultusministerium von rund 1900 ausgeschriebenen Stellen 1690 besetzt. Der Schulleitungsverband befürchtet durch die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren einen besonderen Engpass im kommenden Schuljahr 2020/21. Für Verbandschef Frank Stöber könnte eine Lösung darin liegen, zeitlich befristet den Unterricht zu kürzen - auch in Hauptfächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch.

Der Elternratsvorsitzende Finke hat alternative Vorschläge. Das Land solle die freigewordenen Mittel aus den nicht besetzten Lehrerstellen nutzen, um externe Kräfte zu gewinnen, die die Lehrer unterstützen. «Ein Förster könnte beispielsweise Sachkundeunterricht geben. Es geht doch darum, Kindern Kompetenz zu vermitteln.» Ähnliche Einsätze in der Schule seien auch für Biologen oder Chemiker denkbar, findet Finke. Außerdem sollte verstärkt Fachpersonal für die Schulverwaltung ausgebildet und eingestellt werden. «Dem Klasssenfahrtszettel muss nicht unbedingt der Lehrer hinterherrennen.» Gäbe es mehr Verwaltungspersonal zur Entlastung der Lehrer, könnten auf diese Weise dringend benötigte Kapazitäten für den Unterricht frei werden.

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