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Lüneburg stoppt Zweckentfremdung von Wohnungen

26.06.2019 - Schnucklige Backsteinhäuser, enge Gassen: Lüneburgs Altstadt ist bei Touristen beliebt. Doch für Gäste wird das Angebot an privaten Ferienwohnungen zunächst nicht weiter wachsen. Das hat die Stadt Lüneburg entschieden - als erste Kommune landesweit.

  • Ulrich Mädge, Oberbürgermeister von Lüneburg. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ulrich Mädge, Oberbürgermeister von Lüneburg. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lüneburg (dpa/lni) - Lüneburg hat nach eigenen Angaben als erste Stadt in Niedersachsen die Zweckentfremdung von Wohnraum verboten. Damit soll die dauerhafte Umwandlung von Wohnungen in Ferienappartements verhindert werden. Auch gegen einen grundlosen Leerstand, der länger als sechs Monate dauert, kann die Stadt künftig vorgehen, wie die Verwaltung am Mittwoch nach dem entsprechenden Ratsbeschluss mitteilte.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) sagte, es sei dringend erforderlich, der inflationären Entstehung von Ferienwohnungen in Wohngebieten entgegen zu wirken. «Jede Wohnung, die zweckentfremdet wird, fehlt uns auf unserem ohnehin sehr angespannten Wohnungsmarkt.»

Bei AirBnB, einem Portal auf dem Wohnungen kurzfristig vermietet werden, sind für Ende Juli derzeit 128 private Unterkünfte in Lüneburg buchbar - angefangen von der stylishen Backyard Lodge mit kostenloser Fahrradnutzung für 70 Euro pro Nacht über das Gartenhäuschen in Uninähe (58 Euro pro Nacht) bis hin zur Altstadtsuite (109 Euro pro Nacht).

«In Lüneburg kommt vieles zusammen: Etwa eine sehr gut erhaltene und touristisch erschlossene Altstadt und der Bekanntheitsgrad nicht zuletzt durch die «Roten Rosen», was zusätzlich Touristen in die Hansestadt lockt», berichtet Sebastian Koepke-Millon von der Stadt Lüneburg.

Hinzu komme, dass viele Pendler, die in Hamburg arbeiteten, aufgrund der dortigen Lage bei Mietwohnungen auf Lüneburg als Wohnort auswichen. «Das lässt auch hier den Wohnraum knapper und teurer werden.» Außerdem gebe es etwa in der Kernstadt kaum Möglichkeiten, neuen Wohnraum zu schaffen - der Altstadtbereich biete aufgrund seiner mittelalterlichen Bauweise dafür wenig Raum.

Zudem steigen die Einwohnerzahlen in Lüneburg stetig - von knapp 70 000 im Jahr 2000 auf inzwischen rund 75 000, bis 2030 wird mit mehr als 80 000 Einwohnern gerechnet. Deutlich stieg in den vergangenen Jahren auch die Zahl der Menschen, die in der Stadt Zuflucht in einer Obdachlosenunterkunft suchten. In den städtischen Unterkünften für Wohnungslose gab es nach Angaben der Verwaltung zwischen 2015 und 2018 einen Zuwachs um 31 Prozent.

Der Landtag in Hannover hatte Ende März die Grundlagen für das Verbot geschaffen, das nun in Lüneburg erstmals umgesetzt wird. Kann eine Kommune nachweisen, dass es nicht genug bezahlbare Mietwohnungen für die Bürger gibt, kann sie die Umwandlung von Wohnraum zu Ferienappartements oder Gewerberäumen nun von einer Genehmigung abhängig machen.

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