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MHH plädiert für Widerspruchslösung bei Organspende

03.07.2019 - Hannover (dpa) - In der Diskussion um neue Organspende-Regeln hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) für die Widerspruchslösung geworben. «Die medizinischen Möglichkeiten der Organtransplantation sind so weit ausgereift, dass wir vielen Menschen helfen könnten, wenn genügend Spenderorgane zur Verfügung ständen», sagte der Herzchirurg und Leiter des MHH-Transplantationszentrums, Axel Haverich, am Mittwoch. In europäischen Ländern mit Widerspruchslösung würden 10 bis 20 Prozent mehr Organe gespendet.

  • Die Rückseite eines ausgefüllten Organspendeausweises. Foto: Marie Reichenbach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Rückseite eines ausgefüllten Organspendeausweises. Foto: Marie Reichenbach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Derzeit warten nach Angaben der Hochschule bundesweit 9400 schwerkranke Menschen auf ein Spenderorgan. An der MHH sind es 1134, darunter 64 Kinder und Jugendliche. Die Medizinische Hochschule ist den Angaben zufolge das größte Transplantationszentrum in Deutschland. Im vergangenen Jahr transplantierten die MHH-Ärzte Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen 30 Herzen, 176 Nieren, 74 Lebern, 116 Lungen und 8 Bauchspeicheldrüsen.

Im Bundestag in Berlin wurde am Mittwoch über zwei gegensätzliche Initiativen zur Organspende diskutiert. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterstützt den Vorstoß einer Parlamentariergruppe für eine Umstellung auf die Widerspruchslösung. Demnach sollen grundsätzlich alle Volljährigen als Organspender gelten - bis auf Widerruf. Eine Gruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock lehnt das ab und schlägt vor, alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende anzusprechen.

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