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Mann gesteht Tötung von Ehefrau im Beisein der Kinder

11.09.2019 - In einer Wohnung in Rinteln wird im März die mit Messerstichen übersäte Leiche einer 22-Jährigen gefunden. Sofort gerät der Ex-Partner unter Verdacht. Vor Gericht gibt sich der Mann weinerlich.

  • Ein Justizbeamter nimmt dem Angeklagten im Gerichtssaal des Landgerichtes die Handschellen ab. Foto: Julian Stratenschulte © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Justizbeamter nimmt dem Angeklagten im Gerichtssaal des Landgerichtes die Handschellen ab. Foto: Julian Stratenschulte © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bückeburg (dpa/lni) - Im Beisein der kleinen Töchter soll ein 28-Jähriger seine Ex-Partnerin in deren Wohnung mit 27 Messerstichen getötet haben. Der Mann steht seit Mittwoch in Bückeburg im Landkreis Schaumburg wegen Totschlags vor Gericht. 

Zu Prozessbeginn im Landgericht schilderte der wie seine Ex-Partnerin im Iran aufgewachsene Afghane die Tatnacht im März. Er habe die Kinder mit dem Auto nach einem Besuch bei ihm zurückgebracht. Seine Noch-Ehefrau habe sich geweigert, ein Dokument zu unterschreiben, bei dem es um die Besuchsregelung ging. Da habe er die Kontrolle über sich verloren. 27 Messerstiche trafen die 22-Jährige in Brust, Bauch und Hals. Darüber hinaus fanden sich 9 Messerverletzungen in den Armen, laut Anklage waren dies Abwehrverletzungen. Die junge Frau verblutete wenig später.  

Während des Gewaltverbrechens waren die anderthalb und vier Jahre alten Töchter in einer Ecke des Wohnraums in Rinteln, nach Angaben des Angeklagten schliefen sie auf Matratzen. Während die schwer verletzte Frau am Boden sagte: «Ich unterschreibe», flüchtete der Mann mit den Kindern im Arm, gab sie bei einem Onkel in Wunstorf ab und stellte sich einen Tag später der Polizei in Hamburg.

Die Familie hatte zuvor im Landkreis Stade gelebt, wo der 28-Jährige in der Landwirtschaft arbeitete und nach der Trennung auch blieb. Die Frau zog nach Rinteln, wo ihre Eltern lebten.

Ein Dolmetscher übersetzte für den Angeklagten. Der kleine Mann mit den kurz geschorenen Haaren und dem modischen roten Kapuzen-Shirt schluchzte immer wieder. Zwar entschuldigte er sich zu Anfang seiner mehrstündigen Befragung und sagte: «Ich bin fix und fertig. Mein Herz ist gebrochen.» Seine getötete Ehefrau stellte er danach jedoch in ein schlechtes Licht. Sie habe ihn beleidigt und provoziert.

Er habe die Tat nicht geplant, die Stiche aber ausgeteilt. «Immer so mit Augen zu», sagte der Angeklagte auf Deutsch. Seiner vierjährigen Tochter habe er später auf der Autobahn erklärt: «Ich habe auf Mama gestochen, du musst zum Onkel.» Das Klappmesser habe sich zufällig in seinem Rucksack befunden.  

«Haben Sie mal daran gedacht, für Ihre Frau Hilfe zu holen?», fragte der Vorsitzende Richter Norbert Klütemeyer. «Ich hatte so einen Fluchtinstinkt», sagte der 28-Jährige. Er habe kein Blut gesehen und sich nicht vorstellen können, dass sie stirbt.    

In dem Prozess sind zwölf Zeugen und drei Sachverständige geladen. Das Urteil könnte nach zehn Verhandlungstagen am 27. November gesprochen werden.

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