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Mehr Ladezonen in Innenstädten?: Kommunen skeptisch

12.02.2020 - Der boomende Onlinehandel nutzt Wirtschaft und Verbrauchern, droht aber auch die Innenstädte zu verstopfen. Spezielle Ladezonen könnten Abhilfe schaffen. Die Kommunen sind gesprächsbereit - man dürfe dabei jedoch ein wichtiges Ziel nicht aus den Augen verlieren.

  • Ein Lieferfahrzeug von UPS steht in zweiter Reihe. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Lieferfahrzeug von UPS steht in zweiter Reihe. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Lieferfahrzeuge an beinahe jeder Straßenecke, gefährlicher Slalom für Radfahrer, Fußgänger und andere Autos: Die vom Onlinehandel getriebene Zunahme der Zustellfahrten belastet viele Innenstädte. Die Verkehrs- und Logistikbranche schlägt deshalb eine Ausweitung gesonderter Ladezonen vor, um vor allem das Halten von Paket- und Kurierdiensten in zweiter Reihe einzudämmen.

«Wir brauchen Ladezonen für die gewerblichen Be- und Entladevorgänge, die weder den Fußgänger noch Rad- und Autoverkehr stören», sagt der Chef des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), Mathias Krage. Doch die Kommunen sehen solche Forderungen auch kritisch: Nötig seien neue Logistikkonzepte, nicht bloß einfachere Lösungen für noch mehr Verkehr in den Zentren. Dann sei man offen für Gespräche.

Die Unternehmen stellten klar, dass das Parken in zweiter Reihe eine Behinderung der übrigen Verkehrsteilnehmer darstelle und Risiken berge. Man müsse sich jedoch fragen, ob die seit kurzem geltenden Bußgelderhöhungen dem wirklich entgegenwirken. «Wir müssen die Anlieferung durch Kurier-, Express- und Paketdienste dringend auf solide Füße stellen», erklärte Krage. Spezielle Ladezonen für Auslieferungsfahrzeuge könnten zu einer besseren Steuerung beitragen.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund betonte, neben solchen Ladezonen müssen man auch über weiterführende Modelle nachdenken. «Wir ersticken sonst in den Innenstadt-Verkehren und bekommen das Problem, dass wir ganze Straßen zustellen», sagte ein Sprecher.

Statt in jedem Fall möglichst dicht am Kunden parken zu wollen, könne die Branche beispielsweise über feiner abgestimmte Preiskonzepte schon eine Entspannung erreichen: «Es wäre sicher ein Anreiz, die Gebühren an die Form der Zustellung anzulehnen.» Nicht jeder wolle sofort und persönlich beliefert werden - es würden von den Anbietern schließlich parallel immer mehr Paket- oder Zustellboxen eingesetzt.

Zudem kämen die Fahrzeuge auch aus eigenen Ladezonen nicht immer rasch genug vom Fleck, um weiterzufahren. Und höhere Bußgelder fürs Falschparken könnten «unübersichtlichere Verkehrsverhältnisse» bestenfalls etwas lindern. «Da müssen die Kommunen zurecht einschreiten. Aber man darf nicht nachlassen zu sagen: Wir arbeiten gemeinsam an der Verkehrswende. Dazu gehört auch Verkehrsvermeidung.»

Krage betonte seinerseits: «Der wachsende Platzbedarf bleibt eine Herausforderung für die Mobilitätswende in den Städten.» Das Thema müsse mit der Branche gemeinsam weiterentwickelt werden.

Die Paketbranche profitiert weiter vom boomenden Onlinehandel. 2019 erwirtschafteten die Dienstleister in Deutschland 18,78 Milliarden Euro, wie die Bundesnetzagentur zum Wochenbeginn meldete. 2018 lagen die Gesamterlöse noch bei 17,66 Milliarden Euro. Der GVN erwartet bis 2023 ein weiteres Plus der Paketsendungen um 5 Prozent pro Jahr.

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