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Metall-Arbeitgeber: Lage ist alarmierend und wird schlechter

28.01.2020 - Schon 2019 hatte sich abgezeichnet, dass Maschinenbau, Autobranche und Metallindustrie auf ein trübes Jahr 2020 zusteuern. Laut einer Arbeitgeber-Umfrage könnten die Probleme noch gravierender werden.

  • Das Werk des Sitzherstellers ist aus Sicht der IG Metall nach zwei verlorenen Aufträgen von der Schließung bedroht. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Werk des Sitzherstellers ist aus Sicht der IG Metall nach zwei verlorenen Aufträgen von der Schließung bedroht. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens Metall-Arbeitgeber rechnen in diesem Jahr mit einer deutlich schlechteren Geschäftslage und fordern Hilfen von der Politik. Besonders in der Autobranche sei die Situation alarmierend, sagte Verbandschef Volker Schmidt am Dienstag: «Wir befürchten, dass der Schrumpfungsprozess über das Jahr 2020 hinausgehen wird und wir vor einem ausgeprägten Tal stehen, bei dem wir derzeit nicht abschätzen können, wann die Talsohle erreicht ist und wann es wieder aufwärts geht.» In Teilen der Metall- und Elektroindustrie sei das Bild «extrem schwierig, um nicht zu sagen dramatisch». Die Ergebnisse einer Umfrage unter etwa 800 Firmen, die in Hannover vorgestellt wurden, untermauerten dies.

Demnach nannten mehr als die Hälfte (54 Prozent) der teilnehmenden Betriebe ihre aktuelle Situation schlecht - Gleiches gilt für die Erwartung einer sich weiter eintrübenden Auftragslage in der ersten Jahreshälfte. Die deutsche Gesamtwirtschaft war im vergangenen Jahr nur knapp an einer Rezession - zwei aufeinander folgenden Quartalen mit abnehmendem Wachstum - vorbeigeschrammt. Bezogen auf der Kern der eigenen Branche sei das bereits anders, meinte Schmidt: «Unsere Industrie befindet sich in der Rezession.» Alarmierend sei auch, dass der Befragung zufolge 2020 nahezu vier von fünf Autozulieferern ihre Investitionen verringern oder sogar komplett streichen wollen.

Die deutschen Autobauer hatten vor allem aufgrund der schwächeren Nachfragen in vielen Auslandsmärkten im vergangenen Jahr insgesamt deutlich weniger Fahrzeuge produziert. Bei Volkswagen liefen die Geschäfte noch vergleichsweise gut, aber auch Konzernchef Herbert Diess warnte die Belegschaft zum Jahreswechsel: «Konjunkturell verdichten sich die Alarmsignale aus China und den USA.»

Die Arbeitgeber fordern die Politik zur Unterstützung der Branche auf. Dabei geht es besonders um mehr Flexibilität, wenn Firmen vorübergehende Auftragseinbrüche überbrücken müssen. «Die Industrie braucht eine Erleichterung des Zugangs zur Kurzarbeit in Anlehnung an die Krisenregelungen 2009», sagte Schmidt.

In der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise konnten Unternehmen Entlassungen vermeiden und ihre Belegschaften mit Kurzarbeitergeld an Bord halten. Nun gibt es Vorschläge, das mit Hilfe eines sogenannten Transformations-Kurzarbeitergelds für einzelne Wirtschaftszweige zu ermöglichen. «Dies kann die Bundesregierung kurzfristig über eine Verordnungsermächtigung regeln, die es erlaubt, diese Instrumente zielgenau und ohne Verzögerung einzusetzen», meinte Schmidt.

Auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht sich dafür aus. Angesichts des Wandels in der Autoindustrie und der Konjunkturabkühlung bekräftigte er seine Forderung an den Bund, ein Transformations-Kurzarbeitergeld einzusetzen. Entsprechende Vorschläge von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und aus anderen Ländern müssten Gehör im Bundeskabinett finden. «Das ist aus meiner Sicht eine vordringliche Aufgabe», sagte Weil der dpa.

Die IG Metall will die Sicherung von Arbeitsplätzen zum Kernthema der bevorstehenden Tarifrunde machen - dafür verzichtet sie dieses Mal sogar auf eine formelle Lohnforderung. Die Gewerkschaft verlangt von den Firmenleitungen allerdings auch mehr Initiative bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten, um den Umbruch zu Digitalisierung und E-Mobilität stemmen zu können. In vielen Fällen gebe es «keinen konkreten Transformationsplan», kritisierte der Bezirkschef von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger. «In den Unternehmen wird bei der Qualifikation noch viel zu wenig getan.»

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