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Nabu: Land muss mehr Geld für Naturschutz aufwenden

21.09.2019 - Immer weniger Vogelarten, Fledermäuse und Insekten: Der Naturschutzbund Nabu fordert von Niedersachsen mehr Anstrengungen beim Artenschutz.

  • Eine Fledermaus fliegt vor dem nächtlichen Himmel. Foto: Frank Rumpenhorst/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Fledermaus fliegt vor dem nächtlichen Himmel. Foto: Frank Rumpenhorst/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rinteln (dpa/lni) – Das Land Niedersachsen engagiert sich nach Ansicht des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) finanziell nicht ausreichend für den Naturschutz. «Bisher ist der Etat so klein, dass er dem Artensterben nichts entgegensetzen kann», sagte Nabu-Sprecher Philip Foth der Deutschen Presse-Agentur. Bedroht seien derzeit unter anderem Vögel, Fledermäuse, Amphibien und Insekten, erklärte Foth aus Anlass der Nabu-Landesvertreterversammlung. Dazu wollten am Wochenende Delegierte der mehr als 190 niedersächsischen Nabu-Gruppen in Rinteln (Kreis Schaumburg) zusammenkommen.

Bestandseinbrüche habe es zuletzt unter anderem bei vielen Wiesenvogel-Arten gegeben, darunter bei Uferschnepfe und Bekassine, sagte der Nabu-Sprecher. Bedroht seien zum Beispiel aber auch die Mops-Fledermaus oder Amphibien, wie die Gelbbauchunke oder die Wechselkröte. Hinzu komme das Insektensterben.

Der Naturschutzetat Niedersachsens liegt nach Angaben des Umweltministeriums in Hannover derzeit «in einer Größenordnung von 0,25 Prozent des Landeshaushalts». Bei einem Haushaltsvolumen von insgesamt 32,95 Milliarden Euro für 2019 entspricht dies gut 82 Millionen Euro.

Ministeriumssprecher Matthias Eichler kündigte für die kommenden Jahre allerdings höhere Ausgaben an. «In Anbetracht der zukünftigen Herausforderungen wird angestrebt, die Landesmittel für den Naturschutz zu erhöhen», sagte Eichler. So seien von 2020 bis 2023 zusätzliche neun Millionen Euro unter anderem zur Förderung der Insektenvielfalt eingeplant.

Mitverantwortlich für das Artensterben ist nach Ansicht des Nabu die Förderpolitik der EU. «Die Agrarsubventionen per Gießkanne, die zum größten Teil als reine Flächenprämie unabhängig von der Art der Bewirtschaftung gezahlt werden, fördern die umweltschädliche Intensivierung», sagte Sprecher Foth. «Dagegen stehen viel zu wenig Mittel für die gezielte Honorierung von Naturschutzleistungen der Landwirte bereit.»

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums fließen derzeit pro Jahr mehr als 900 Millionen Euro EU-Mittel in die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen. Für Naturschutzleistungen der Landwirte stünden rund 57 Millionen Euro an EU-Mitteln zur Verfügung.

Der Naturschutzbund rief die Landesregierung dazu auf, sich für eine Neuausrichtung der EU-Förderpolitik einzusetzen. Wie kaum ein anderer Bereich habe die Landwirtschaft Einfluss auf die Natur, sagte Sprecher Foth. «Die in den letzten Jahrzehnten vorangetriebene Intensivierung der Landbewirtschaftung mit hohen Nährstoffüberschüssen und Pestizideinsatz hat leider auch zu großen Belastungen für Artenvielfalt und Umwelt geführt.»

Gelder aus öffentlichen Kassen sollten nach Ansicht der Naturschützer im Agrarbereich «nur noch für öffentliche Leistungen verwendet werden, wie die Sicherung und Förderung von Boden, Wasser, Klima, Biodiversität und Landschaft.

Die EU-Agrarpolitik werde in der nächsten Förderperiode in neue Bahnen gelenkt, erklärte eine Sprecherin von Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). «Dazu steht auch das niedersächsische Landwirtschaftsministerium.» 

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