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Neue grüne Landrätin hat «Herz für die Landwirtschaft»

31.10.2019 - In einigen Landkreisen und Kommunen Niedersachsens stehen am 1. November Änderungen an. Neue Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte treten ihre Ämter an. Besonders der Wechsel an der Spitze des Landkreises Osnabrück hat für Schlagzeilen gesorgt.

  • Anna Kebschull jubelt zusammen über ihren Sieg bei der Landratswahl. Foto: Michael Gründel/Neue Osnabrücker Zeitung/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Anna Kebschull jubelt zusammen über ihren Sieg bei der Landratswahl. Foto: Michael Gründel/Neue Osnabrücker Zeitung/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Osnabrück (dpa/lni) - Die erste grüne Landrätin Deutschlands, Anna Kebschull, setzt auf einen Dialog mit den Landwirten im Kreis Osnabrück. «Ich glaube, es hat sich schon herumgesprochen, dass man mit mir reden kann und ich ein Herz für die Landwirtschaft habe», sagte die Grünen-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa. Sie habe bemerkt, dass für viele Landwirte Politiker der Grünen Reizfiguren seien. Bei Veranstaltungen habe sie eine Unsicherheit gespürt. Sie wolle sich für sachorientierte Lösungen einsetzen.

Der Landkreis Osnabrück, wo Kebschull die Stichwahl gewann, gehört zu den Regionen Niedersachsens mit einer sehr intensiven Landwirtschaft, wo es in Teilen zu hohe Nitratwerte in den Grundwassermessstellen gibt. Jedoch sollte man auch bedenken, dass es weitere Einbringer von Nitrat neben der Landwirtschaft gibt, sagte Kebschull.

Sie sei sich darüber im Klaren, dass es in ihrer neuen Position als Verwaltungschefin auch zu Konflikten zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz kommen werde. «Das muss ich zunächst aushalten. Wir müssen mehr miteinander reden und nicht übereinander, dann eröffnen sich Wege und Lösungen», sagte die 46-Jährige. Sie habe viele Kontakte zu Landwirten und wisse, dass auch diese sich um die Umwelt und das Grundwasser sorgten. «Sie wehren sich eigentlich nur dagegen, immer der Buhmann zu sein», sagte sie mit Blick auf die Bauernproteste der vergangenen Woche gegen steigende Umweltauflagen.

Kebschull hatte die Stichwahl gegen den CDU-Amtsinhaber Michael Lübbersmann im Juni gewonnen und löst die Christdemokraten nach 73 Jahren in der Leitung des Landkreises ab. In den Fraktionen im Kreistag gebe es durchaus eine gewisse Unruhe. Aber sie kenne die Abgeordneten seit vielen Jahren und stehe mit vielen auch in gutem Kontakt, sagte die Politikerin. «Von vielen bekomme ich die Rückmeldung, dass sie sich eine sachorientierte Politik wünschen.»

Insgesamt gab es in Niedersachsen in zwölf Landkreisen Landratswahlen. Eine Abwahl des Amtsinhabers gab es in Osnabrück und im Landkreis Aurich, wo der SPD-Politiker Harm-Uwe Weber dem parteilosen Kandidaten Olaf Meinen unterlag, wie die Sprecherin des Niedersächsischen Landkreistages sagte. In vier Kreisen hatten die vorherigen Amtsinhaber nicht mehr kandidiert.

Im Landkreis Emsland wird Marc-André Burgdorf Nachfolger von Reinhard Winter (beide CDU), der aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antrat. Im Nachbarkreis Grafschaft Bentheim wurde Uwe Fietzek nach einer Stichwahl zum Nachfolger des ebenfalls aus Altersgründen nicht mehr antretenden Friedrich Kethorn (beide CDU) gewählt. Auch im Landkreis Holzminden trat Landrätin Angela Schürzeberg nicht mehr an - die Wahl gewann dort Michael Schünemann (parteilos). Und im Landkreis Lüneburg setzte sich in einer Stichwahl Jens Böther (CDU) durch. Auch hier trat Manfred Nahrstedt (SPD) nicht mehr zur Wahl an.

In einigen Städten treten ebenfalls neue Oberbürgermeister an - etwa Uwe Santjer (SPD) in Cuxhaven, Tim Kruithoff (parteilos) in Emden oder Carsten Feist (parteilos) in Wilhelmshaven.

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