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Niedersachsen erwartet stärksten Sturm des Winters

07.02.2020 - Ein Orkan wird nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes am Sonntag über Niedersachsens Küstenorte ziehen. Im Binnenland müssen sich die Menschen auf orkanartige Böen und viel Regen einstellen. Sie brauchen Geduld - auch zum Wochenstart bleibt es stürmisch.

  • Die Landesforsten warnen wegen Orkanstürmen vor dem Betreten von Wäldern. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Landesforsten warnen wegen Orkanstürmen vor dem Betreten von Wäldern. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsen steht nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes am Sonntag der stärkste Sturm in diesem Winter bevor. Ein Orkan droht an der Küste, im Binnenland rechnen die Meteorologen mit Unwettern und orkanartigen Böen. Bei einem Orkan liegt die mittlere Windgeschwindigkeit bei mindestens 120 Kilometern pro Stunde. «Es wird sehr wahrscheinlich der stärkste Sturm des bisherigen Winterhalbjahres werden», sagte der DWD-Meteorologe Thore Hansen mit Blick auf Niedersachsen.

Der Meteorologe geht davon aus, dass der Höhepunkt in der Zeit zwischen Sonntagnachmittag und Sonntagnacht erreicht wird. «Es wird relativ lange sehr stürmisch bleiben», sagte er. Auch am Montag und Dienstag sei mit Sturm zu rechnen. Nach Worten von Hansen kommen Orkane immer mal wieder vor, aber nicht unbedingt in jedem Jahr.

Die Temperaturen werden am Sonntag mit wahrscheinlich 10 bis 13 Grad mild. Dazu regnet es vielerorts kräftig. Auch in der Nacht zu Montag wird es nass, zudem erwarten die Meteorologen vielerorts Gewitter.

WÄLDER: Die niedersächsischen Landesforsten warnten Spaziergänger und Wanderer vor dem Betreten der Wälder. «Es besteht die Gefahr, dass Äste abbrechen oder ganze Bäume umgeworfen werden», sagte ein Sprecher am Freitag. Dies gelte vor allem für Waldgebiete, in denen die Bäume durch die Trockenheit der beiden vergangenen Sommer ohnehin geschwächt seien. Die Landesforsten planten, Maschinen und Fahrzeuge aus den Wäldern zu holen. So soll verhindert werden, dass diese durch umgestürzte Bäume beschädigt werden.

HARZ: Der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass spätestens in der Nacht zum Montag in den Hochlagen des Harzes Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 Stundenkilometern erreicht werden. In Böen auf dem 1141 Meter hohen Brocken könnten es sogar 160 Kilometer in der Stunde sein.

KÜSTE: Am Montag könnte es an manchen Küstenorten zu einer leichten Sturmflut kommen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erwartet erhöhte Wasserstände. «Es besteht Überflutungsgefahr für Strände, Vorländer und Hafenflächen», hieß es. Nach der Prognose vom Freitag besteht für die ostfriesische Insel Norderney, für Emden und Bensersiel in Ostfriesland, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven die Gefahr einer leichten Sturmflut.

«Eine leichte Sturmflut kommt bis zu zehn Mal im Jahr vor», sagte NLWKN-Sprecher Carsten Lippe. «Ein solches Ereignis ist an der Küste während der winterlichen Sturmflutsaison nichts ungewöhnliches.» Die zuständigen Behörden seien vorbereitet, es gebe Rufbereitschaften und NLWKN-Mitarbeiter auf den ostfriesischen Inseln. «Die Kollegen sind in der Lage kurzfristig zu reagieren.»

Lippe zufolge gibt es verschiedene Vorgaben für die winterliche Sturmflutsaison, die ab Oktober beginnt. So müssen alle Strandkörbe weggeräumt werden, damit sie bei einer Sturmflut nicht zur Gefahr werden können.

INSELN: Die Feuerwehr auf der ostfriesischen Insel Norderney zeigte sich am Freitag gelassen. «Wir Nordlichter sind sturmgewohnt. Wir sehen uns gut gerüstet», sagte Sprecher Eilbertus Stürenburg.

Reisende, die am Wochenende mit einer Fähre auf die Inseln fahren wollen, müssen aber eventuell umplanen. So teilte die Reederei Cassen Eils mit, dass das Schiff von Helgoland nach Cuxhaven am Sonntag früher als geplant zurückfährt. «Am Montag 10.02.2020 werden infolge von Wind & Wetter keine Schiffsfahrten durchgeführt», hieß es am Freitag auf der Homepage. Von Fähren zu den anderen Inseln gab es zunächst keine Hinweise auf geänderte Fahrtzeiten.

BAHN: Die Deutsche Bahn hofft, dass es in Norddeutschland in diesem Winter weniger Sturmschäden gibt als früher. Es seien viele Bäume und Äste an den Strecken entfernt worden, sagte eine Sprecherin. «Wir haben unser Vegetationsmanagement verstärkt.» Allerdings habe die Bahn nicht überall an Waldstrecken direkten Zugriff auf das Gelände neben den Gleisen. Nach Stürmen kommt es in Norddeutschland häufig zu Behinderungen und Ausfällen im Zugverkehr, da umgefallene Bäume Gleise und Oberleitungen blockieren und beschädigen.

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