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Niedersachsen ohne Elite-Uni: «Wir werden weitermachen»

19.07.2019 - Enttäuschung in Hannover und Braunschweig: Sowohl der Verbund der Leibniz-Uni und der Medizinischen Hochschule als auch die TU Braunschweig verpassen den Titel als Elite-Unis. Die Hochschulen richten den Blick aber bereits nach vorn.

  • Studenten sitzen in einem Hörsaal. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Studenten sitzen in einem Hörsaal. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Die niedersächsischen Hochschulen sind im Wettbewerb um den Titel als Exzellenz-Universität leer ausgegangen. Beworben hatten sich aus der Region die Leibniz Universität und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) als Verbund «Leibniz Alliance» sowie die TU Braunschweig. Ein Gremium aus Wissenschaft und Politik um Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) gab die elf Gewinner am Freitag in Bonn bekannt. 17 Hochschulen und 2 Verbünde waren nach einem dreijährigen Auswahlprozess noch im Rennen gewesen.

MHH-Präsident Michael P. Manns sagte, schon die Auszeichnung mit vier Exzellenzclustern im vergangenen Jahr sei ein «Riesenschritt nach vorn» für den Standort: «Der Titel wäre das Sahnehäubchen gewesen.» Sein Amtskollege von der Leibniz-Uni, Volker Epping, richtete den Blick nach vorn: «In die Phalanx eindringen können wir beim nächsten Mal, wenn 15 Unis gefördert werden.» Die nächste Exzellenz-Auswahl beginnt in sieben Jahren.

Die Präsidentin der TU Braunschweig, Anke Kaysser-Pyzalla, sagte, schon mit der Bewerbung habe die TU eine neue Ebene erreicht - vergleichbar mit einer Oscar-Nominierung in der Filmbranche.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) zeigte sich mit dem Abschneiden des Landes trotz der Enttäuschung am Freitag zufrieden. Die Überraschung, dass gleich drei niedersächsische Hochschulen bis zum Schluss im Wettbewerb vertreten waren, sei groß gewesen, teilte sein Ministerium mit.

Für die Gewinner bringt die Auszeichnung als Elite-Uni allerdings neben dem Prestige auch viel Geld: jeweils 10 bis 28 Millionen Euro jährlich. Drei Viertel davon zahlt der Bund, ein Viertel das Bundesland, in dem die Uni ihren Sitz hat. Die Förderung beginnt am 1. November und läuft für mindestens sieben Jahre.

Studierende hatten die Konkurrenz der Hochschulen um das Fördergeld kritisiert. «Einige Universitäten freuen sich über die zusätzlichen Mittel und den Titel, viele werden leer ausgehen», warnten die Studentenvertretungen aus Freiburg, Heidelberg und Tübingen schon vor der Verleihung. Auch Studenten der Unis Hannover und Braunschweig hatten den am Donnerstag veröffentlichten Brief unterzeichnet.

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