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Niedersachsen und Bremen: Warnstreiks von Post-Beschäftigten

10.09.2020 - Bei der Post gärt es. Viele Mitarbeiter sehen ihre Leistung vor allem in den letzten Corona-Monaten nicht hinreichend anerkannt. Nun hat Verdi zu Warnstreiks aufgerufen - auch im Nordwesten laufen Aktionen.

  • Ein Fahrrad von der Deutschen Post steht an einer Straße. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Fahrrad von der Deutschen Post steht an einer Straße. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post sind Beschäftigte am Donnerstag auch in Niedersachsen und Bremen in Warnstreiks getreten. Verdi hatte in beiden Bundesländern zum Ausstand aufgerufen - unter anderem in Goslar, Clausthal-Zellerfeld, Osterode, Anderten und im südlichen Hannover. Verzögerungen bei der Zustellung von Briefen und Paketen könnten die Folge sein.

Mindestens 1400 Mitarbeiter in der Region sollten sich laut Gewerkschaft beteiligen und im Tagesverlauf in zwei Wellen die Arbeit niederlegen. Die Post bestätigte die Ankündigung der Protestaktionen, konnte aber zunächst keine näheren Angaben zu den Auswirkungen machen. Verdi zufolge fiel beispielsweise die Frühschicht im Paketzentrum Anderten aus, ebenso an vielen Zustell-Stützpunkten.

«Betroffen ist vor allem die Sortierung von Briefen und Paketen», hieß es bei der Post. Aber auch in der Zustellung mache sich der Warnstreik bemerkbar. Bundesweit beteiligten sich demnach etwa 2100 Mitarbeiter. «Wir haben Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen auf die Kunden möglichst gering zu halten.»

In den bisherigen Verhandlungen liegen Arbeitgeber und Gewerkschaft noch weit auseinander. Verdi fordert für die bundesweit rund 140 000 Tarifbeschäftigten 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Außerdem soll es für Auszubildende eine Erhöhung um 90 Euro geben. Die nächste Gesprächsrunde ist für den 21. und 22. September geplant. Die Post will dann ein konkretes Angebot vorlegen.

«Wir haben hier während der Corona-Pandemie erhebliches geleistet, und die Post AG will nur die Gewinne einstreichen», wird eine Vertrauensfrau der Post in einer Verdi-Mitteilung zitiert. Ein Gewerkschafter in Niedersachsen meinte: «Es gibt bisher viel zu wenig Wertschätzung für das, was die Kollegen geschafft haben.»

Am Mittwoch hatte es bereits Warnstreiks mit Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen und Bayern gegeben. Die Auswirkungen stufte die Post dabei als «überschaubar» ein. Personalvorstand Thomas Ogilvie sagte, man wolle im Interesse der Beschäftigten und des Unternehmens «Lösungen finden, die nachhaltige Lohnsteigerungen mit einer langfristigen Perspektive verbinden und wirtschaftlich tragfähig sind». Dabei sei auch eine überproportionale Steigerung in den unteren Lohngruppen vorstellbar.

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