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Niedersachsen und Bremen wollen Schutzdeiche verstärken

21.01.2021 - Der Schutz vor Sturmfluten und Hochwasser ist für rund 1,6 Millionen Menschen im Küsten-Hinterland von Niedersachsen und Bremen von existenzieller Bedeutung. Viele Schutzdeiche müssen erhöht und verstärkt werden, wie eine Bestandsaufnahme zeigt.

  • Spaziergänger wandern auf dem Schutzdeich zwischen Hauke-Haien-Koog und Dagebüll. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Spaziergänger wandern auf dem Schutzdeich zwischen Hauke-Haien-Koog und Dagebüll. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Niedersachsen und Bremen haben ihre Schutzdeiche komplett neu vermessen und einen Generalplan für notwendige Bauvorhaben zum Hochwasserschutz in der Küstenregion vorgelegt. Dieser sieht für Niedersachsen Projekte im Umfang von etwa 625 Millionen und für Bremen von 13 Millionen Euro vor. Es geht unter anderem um Schutzdeicherhöhungen, den Bau von Zufahrtswegen und das Abflachen von Böschungen an tideabhängigen Flüssen und Nebenflüssen.

«Mit unserem Generalplan schaffen wir die Grundlage für die Anpassung unserer Schutzdeiche. Damit begegnen wir effektiv den gestiegenen Hochwasserrisiken und sorgen so für den notwendigen, bestmöglichen Schutz der Einwohnerinnen und Einwohner unserer Küstenregion», sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Donnerstag anlässlich der Vorlage des «Generalplans Küstenschutz Niedersachsen/Bremen - Schutzdeiche» (GPK III).

Es ist der inzwischen dritte Teil des Generalplans. Vorausgegangen waren Teil 1 (Festland/2007) und Teil 2 (Ostfriesische Inseln/2010). «Rund 90 Prozent der Fläche des Landes Bremen ist überflutungsgefährdet und muss deshalb durch ausreichend dimensionierte Hochwasserschutzanlagen wie Deiche, Spundwände oder Sperrwerke geschützt werden», sagte Bremens Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne). In diesen Gebieten lebten 530 000 Menschen, in Niedersachsen sind es rund 1,1 Millionen.

Küstenschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern. Die Investitionskosten verteilen sich zu 70 Prozent auf den Bund und zu 30 Prozent auf das jeweilige Land. Mit voraussichtlichen Baukosten von 241 Millionen Euro listet der Plan das «Zweistromland» um die Flüsse Leda und Jümme (Kreise Leer, Ammerland, Cloppenburg) auf, wo die Schutzdeichlinie einschließlich der Deiche um die Ausweichflächen (Polder) 263 Kilometer misst. Dort haben die Deiche teilweise eine zu geringe Kronenhöhe. Auf rund 179 Kilometern Länge müssen sie erhöht und verstärkt werden.

Handlungsbedarf besteht den Angaben zufolge unter anderem auch an der Schutzdeichlinie entlang des Ufers der Oste. Dort sind am linken sowie am rechten Ostedeich Baumaßnahmen für 105 beziehungsweise 110 Millionen Euro veranschlagt. In Bremen sind an Schutzdeichen entlang der Ochtrum und der Lesum die Böschungen zu steil. Bei den Maßnahmen geht es nicht um die Hauptdeiche entlang der Nordsee, sondern um die Schutzdeiche hinter den Sturmflutsperrwerken.

«Es führt kein Weg am konsequenten Klimaschutz vorbei, ansonsten werden wir eine weiter steigenden Meeresspiegelanstieg nicht in den Griff bekommen. Und um schon die jetzt vor uns liegenden Herausforderungen des Küsten- und Hochwasserschutzes zu bewältigen, werden Milliardeninvestitionen notwendig sein», betonte Lies.

Mit dem vorgelegten Generalplan gebe es erstmals einen vollständigen Überblick über die Schutzdeiche in Niedersachsen (Gesamtlänge: 566 Kilometer) und Bremen (32 Kilometer), hieß es. Der betroffene Siedlungs- und Wirtschaftsraum umfasst in beiden Ländern insgesamt eine Fläche von 6900 Quadratkilometern und zu schützende Sachwerte von fast 218 Milliarden Euro.

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