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Peter Stein (CDU): Berichterstatter für Munitionsaltlasten

11.11.2019 - Rostock/Hamburg (dpa) - Der Rostocker CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Stein will sich als neuer Berichterstatter für Munitionsaltlasten in der Ostsee für eine klar vereinbarte internationale Kooperation einsetzen. «Nach Expertenmeinung haben wir vielleicht noch 20 Jahre Zeit, bis es zur Katastrophe kommen kann, jedoch nach aktuellem Stand für mehr als 100 Jahre zu tun», sagte Stein am Montag. Es wolle die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 nutzen, um die Brisanz in vielen europäischen Gewässern in aller Deutlichkeit hervorzuheben. Sein Ziel sei es, die Vielzahl der Akteure an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam Ideen und Lösungen für den Umgang mit den schätzungsweise 300 000 Tonnen Munitionsaltlasten allein in der deutschen Ostsee zu finden.

  • Peter Stein (CDU) spricht in der Plenarsitzung im Deutschen Bundestags. Foto: Carsten Koall/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Peter Stein (CDU) spricht in der Plenarsitzung im Deutschen Bundestags. Foto: Carsten Koall/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bis zur nächsten Vollversammlung der Ostseeparlamentarierkonferenz (BSPC) im August 2020 solle der Entwurf einer «Roadmap» und eine möglichst vollständige Auflistung der Akteure vorliegen. Der Ständige Ausschuss der BSPC hatte Stein am Wochenende in Berlin zum neuen Berichterstatter gewählt.

Bei der Umweltministerkonferenz der Länder am Donnerstag und Freitag in Hamburg geht es auch um das Thema Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee vor allem aus dem Zweiten Weltkrieg. Etwa 1,3 Millionen Tonnen befinden sich in der deutschen Nordsee. Muscheln und Fische seien laut Studien bereits durch die beim Zerfall der Munition austretenden Giftstoffe in der Ostsee belastet und somit eine Bedrohung für die Nahrungskette, betonte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Mit Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern will er sich in Hamburg für eine Handlungsstrategie zu Beseitigung dieser Altlasten einsetzen. «Der Staat hat das Problem 50 Jahre negiert», sagte er. Bund, Länder und die EU müssten das lange vernachlässigte Problem jetzt anpacken.

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