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Pflege-Eigenanteile in Niedersachsen und Bremen gestiegen

25.11.2019 - Der Eigenanteil von Pflegebedürftigen in einem Heim steigt kräftig an. Niedersachsens Sozialministerin Reimann pocht nun auf eine Deckelung der Zuzahlung. Die Pflegeversicherung solle aus Steuermitteln bezuschusst werden.

  • Eine Pflegekraft begleitet die Bewohnerin eines Altenheims mit Rollator beim Gang durch den Flur. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Pflegekraft begleitet die Bewohnerin eines Altenheims mit Rollator beim Gang durch den Flur. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover/Bremen (dpa/lni) - Heimbewohner in Bremen und Niedersachsen müssen einer Studie zufolge für ihre Pflege mehr aus eigener Tasche zahlen. Der Eigenanteil für die Pflegeleistungen in den beiden Bundesländern erhöhte sich jeweils um mehr als ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr, wie eine Auswertung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergab. Während die Kosten in Niedersachsen im vergangenen Jahr noch bei 376 Euro lagen, belaufen sie sich in diesem Jahr auf 487 Euro. Das ist eine Steigerung von knapp 30 Prozent. In Bremen erhöhte sich der Eigenanteil von 438 auf 556 Euro, was knapp 27 Prozent mehr entspricht.

Bundesweit am deutlichsten erhöhte sich der Eigenanteil für die eigentliche Pflege in Mecklenburg-Vorpommern - um 78 Prozent von 292 Euro pro Monat im vergangenen Jahr auf nun 520 Euro. Den geringsten Anstieg mit knapp 9 Prozent auf 915 Euro gab es demnach in Berlin.

Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten trägt. Dazu kommen für Heimbewohner außerdem noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und für Investitionen in den Einrichtungen. Insgesamt ergeben sich im Bundesschnitt derzeit knapp 1900 Euro Zahlungen aus eigener Tasche.

Der starke Anstieg der Eigenanteile für die reine Pflege im Norden und Osten sei auffällig, heißt es in der Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Allerdings lägen die Zuzahlungen gerade in diesen Ländern trotzdem auf niedrigem Niveau gemessen am Bundesschnitt. Deutschlandweit gab es ein Plus von 17 Prozent auf 693 Euro. Ausgewertet wurden Daten des Verbands der Ersatzkassen (vdek) zum 1. Januar 2018 und zum 1. Juli 2019.

Angesichts der steigenden Kosten gibt es schon zahlreiche Forderungen nach einem Umbau der Finanzierung. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant 2020 einen breiten Dialog dazu und will bis Mitte nächsten Jahres einen Vorschlag vorlegen. Dabei strebt er mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit bei den Eigenanteilen an.

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) erklärte am Montag, dass die Pflegeversicherung in ihrer derzeitigen Form nicht aufrecht zu erhalten sei. «Gute Pflege muss für die Betroffenen bezahlbar bleiben und gleichzeitig gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und faire Löhne bieten.» Mit der bisherigen Pflegeversicherung sei beides auf Dauer nicht finanzierbar. «Was wir brauchen ist deshalb eine schnelle Deckelung des Eigenanteils und ein Zuschuss zur Pflegeversicherung aus Steuermitteln.»

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