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Polizei nimmt Erpresser von Zeitarbeitsfirmen fest

21.04.2020 - Die Ermittlungsbehörden haben einen 42 Jahre alten Mann dingfest gemacht, der monatelang Zeitarbeitsfirmen in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen um Millionen zu erpressen versucht hatte. Der Mann habe zwischen Dezember 2019 und Februar 2020 mehrere Drohbriefe an leitende Mitarbeiter größerer Personaldienstleister versandt und Millionenbeträge gefordert, auszuzahlen in Bitcoins, sagte der Polizeipräsident von Mittelfranken, Roman Fertinger. Die Briefe hätten Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zum Tod enthalten. Zum Teil sei eine Substanz beigefügt gewesen, die als Grundstoff zur Herstellung von Sprengstoff dienen kann.

  • Roman Fertinger, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Roman Fertinger, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Ermittler hätten die Briefe an insgesamt fünf Unternehmen zurückverfolgt und seien auf einen Mann im Heidekreis (Niedersachsen) gestoßen. Bei dem 42 Jahre alten Elektrotechniker sei umfangreiches Beweismaterial gefunden worden, darunter eine Schusswaffe und gefälschte Ausweise. Er habe ein umfassendes Geständnis abgelegt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Philip Engl. Der Mann sitze in Untersuchungshaft und stehe in dringendem Verdacht, sich der versuchten schweren räuberischen Erpressung schuldig gemacht zu haben.

Der in Belgien geborene Deutsche habe bis zum Auseinanderbrechen seiner Ehe ein unbescholtenes Leben geführt. Durch Immobilienspekulationen sei er in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Geldsorgen dürften zumindest Teil des Motivs für die Erpressungsversuche gewesen sei, hieß es. Er sei selbst in der Zeitarbeitsbranche tätig gewesen und habe die internen Strukturen dort gekannt.

«Ich habe mich umgehend an die Nürnberger Kriminalpolizei gewandt und Anzeige erstattet. Das war für mich der einzig gangbare Weg, denn in dem Moment gab es nur ein Ziel: den Schutz meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter», sagte die Nürnberger Unternehmerin Ingrid Hofmann, eine der Betroffenen. «Zu keinem Zeitpunkt hatte ich daran gedacht, der Erpressung nachzugeben», betonte sie weiter. «Ich hoffe, dass ihm bewusst wird, was er unschuldigen Menschen zugemutet hat und dass er eine angemessene Strafe erhält.»

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