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Polizisten stehen wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht

19.03.2019 - An einem dunklen Novembermorgen wird ein 23-jähriger betrunkener Mann überfahren. Eigentlich sollten Polizisten ihn nach Hause fahren. Ein Gericht muss klären, ob sie für den Unfalltod Verantwortung tragen.

  • Eine modellhafte Nachbildung der Justitia. Foto: Volker Hartmann/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine modellhafte Nachbildung der Justitia. Foto: Volker Hartmann/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Oldenburg (dpa/lni) - Das Landgericht Oldenburg prüft seit Dienstag, ob zwei Polizisten mit Schuld am Unfalltod eines betrunkenen, 23 Jahre alten Mannes tragen. Die Anklage wirft den Beamten fahrlässige Tötung vor. Sie sollen den jungen Iraner im November 2017 auf einem Supermarktparkplatz ausgesetzt haben, statt ihn nach Hause zu fahren. Der 23-Jährige wurde später von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Beamten sich nicht ausreichend versichert hatten, ob der Mann in der Lage war, unbeschadet nach Hause zu finden.

Zuvor soll der Mann in einer Oldenburger Polizeistation herum geschrien haben. Er habe die Beamten immer wieder aufgefordert, ihn in eine Kneipe zu lassen, aus der ihn ein Türsteher verwiesen hatte. Als die 23 und 25 Jahre alten Polizisten ihm erklärten, dass sie dafür nicht zuständig seien, soll der Mann vor der Wache randaliert und mit den Fäusten an die Scheiben gehämmert haben.

Daraufhin sollen die Polizisten entschieden haben, den jungen Mann nach Hause zu fahren. Als sie zu einem Einsatz gerufen wurden, sollen sie den 23-Jährigen auf dem Parkplatz eines Supermarktes abgesetzt und angewiesen haben, den Rest des Weges zu Fuß zu gehen.

Wie es in dem Polizeibericht zum späteren Unfall hieß, wählten kurz darauf Menschen den Notruf und berichteten, ein schlecht zu sehender Mann laufe auf der Fahrbahn. Laut Staatsanwaltschaft trug der Mann dunkle Kleidung. Als ein Streifenwagen an der beschriebenen Stelle in Rastede (Landkreis Ammerland) eintraf, sei der 23-Jährige weggelaufen, schreibt die Polizei. Weil er dafür wieder den Gehweg benutzt habe, sei die Streife weggefahren. Dreißig Minuten später wurde der junge Mann überfahren.

Ob der 23-Jährige an jenem Abend noch orientierungsfähig war, wie es die Polizei in dem Bericht immer wieder betont, oder nicht, sollen die Aussagen von Zeugen aus der Kneipe klären. Die Staatsanwaltschaft hatte kurz nach dem Unfall mitgeteilt, dass der Mann mindestens 1,1 Promille Alkohol im Blut gehabt habe und wohl unter dem Einfluss von Cannabis gestanden habe.

Wie eine Gerichtssprecherin sagte, schwiegen die angeklagten Polizisten am Dienstag zu den Vorwürfen. Auf fahrlässige Tötung stehe eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

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