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Proteste gegen Wiederinbetriebnahme von Atomkraftwerk

26.06.2019 - Lingen (dpa/lni) - Die Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks in Lingen nach der Revision ist auf Kritik bei Atomkraftgegnern gestoßen. Die Initiative «ausgestrahlt» sprach am Mittwoch von einer gefährlichen Spannungsrisskorrosion, die in den Dampferzeugern gefunden wurde. 10 000 Rohre seien nicht geprüft worden, dennoch habe Umweltminister Olaf Lies (SPD) den Reaktor wieder ans Netz gelassen. Das sei hochgradig fahrlässig. Lies stelle die Profitinteressen des Kraftwerksbetreibers RWE über die Sicherheit der Bevölkerung.

  • Ein Blick auf eines der Reaktorblöcke des Atomkraftwerks Lingen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Blick auf eines der Reaktorblöcke des Atomkraftwerks Lingen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Sprecherin des Umweltministeriums sprach von einer Fehlinformation beziehungsweise Fehlinterpretation der Atomkraftgegner. An zwei von rund 16 000 Rohren seien Beeinträchtigungen festgestellt worden. «Diese Rohre wurden vorsorglich verschlossen.» Zusätzlich sei der Prüfumfang erhöht worden, so dass bei den Dampferzeugern jeweils 1700 Rohre auf Schäden untersucht worden seien. Das entspreche gut 40 Prozent der Rohre pro Dampferzeuger. «Nachdem die Revision abgeschlossen ist, und alle festgestellten Mängel behoben worden sind, konnte jetzt die Erlaubnis für das Wiederanfahren des Kernkraftwerks Emsland erteilt werden», sagte die Sprecherin.

Der Kraftwerkbetreiber RWE teilte mit, dass während der Revision drei meldepflichtige Befunde festgestellt wurden. Sie seien nach der internationalen Bewertungsskala der Stufe Null zuzuordnen, sie hätten also keine oder nur eine sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung. Während der Revision wurden 40 frische Brennelemente in den Reaktorkern geladen.

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