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Prozess gegen mutmaßliche Anwerberin von IS-Bräuten beginnt

12.06.2020 - Eine mutmaßliche Unterstützerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die die Ausreise von Frauen zur Heirat mit IS-Kämpfern organisiert haben soll, muss sich vom 3. Juli an vor dem Oberlandesgericht Celle verantworten. Die 30-jährige Deutsch-Syrerin soll Teil eines sogenannten «Schwesternnetzwerks» radikalisierter Frauen gewesen sein, das weitere Frauen in Deutschland für den IS gewonnen und in die Aktivitäten der Miliz eingegliedert hat, teilte das Gericht am Freitag mit. Die Frau war nach ihrer Abschiebung mit ihren vier minderjährigen Kindern aus der Türkei Anfang Dezember verhaftet worden. Ihr drohen bis zu zehn Jahre Haft.

  • Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Angeklagte aus Vechta soll im Dezember 2014 mit ihrem damaligen Ehemann aus Niedersachsen nach Syrien gereist sein, um sich dem IS anzuschließen und dessen bewaffneten Kampf im syrischen Bürgerkrieg zu unterstützen. Ihr Mann kam dort ums Leben. Unter anderem soll sie über zwei Kalaschnikow-Sturmgewehre und eine Handgranate verfügt haben, weshalb ihr ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen wird. Die Frau und ihre vier in Syrien geborenen Kinder waren wie einige andere in der Türkei inhaftierte mutmaßliche Islamisten auf Betreiben von Präsident Recep Tayyip Erdogan abgeschoben worden. Die Kinder kamen in die Obhut des Jugendamtes.

Bei ihrer Ausreise soll die Frau vom Netzwerk des mutmaßlichen IS-Deutschlandchefs Abu Walaa unterstützt worden sein, der sich bereits seit 2017 in einem anderen Verfahren in Celle vor Gericht verantworten muss. Im Januar hatte die 30-Jährige ursprünglich als Zeugin im Prozess gegen Abu Walaa aussagen sollen. Am Ende war sie zu einer Aussage aber doch nicht bereit, wodurch sie die Gefahr vermied, sich mit ihren Aussagen selber zu belasten.

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