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Revision des AKW Grohnde in üblicher Form untersagt

03.04.2020 - Sicherheit ist entscheidend - in der Coronavirus-Zwickmühle ebenso wie in Atomkraftwerken. Sollten die AKW also abgeschaltet werden? Soll es Revisionen geben trotz des Infektionsrisikos? Niedersachsens Landesregierung hat eine Lösung.

  • Das AKW in Grohnde. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das AKW in Grohnde. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erfasst auch Niedersachsens Atomkraftwerke: Die Landesregierung hat die für April geplante Revision des Atomkraftwerks Grohnde in der bisherigen Form untersagt.

Statt wie sonst üblich rund 1000 Fachkräfte zusätzlich zu 500 Mitarbeitern für die Revision einzusetzen, sollten es in den ersten zwei Wochen nach Ostern aus Infektionsschutzgründen nur 100 Leute zusätzlich sein, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Freitag. In den Folgewochen sollten höchstens 250 Leute eingesetzt werden, der Zeitraum der Revision werde von zwei auf sechs Wochen gestreckt. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) würden sonst im Infektionsfall umliegende Klinikkapazitäten nicht reichen. Die Fachkräfte stammten aus ganz Deutschland, teils aus dem europäischen Ausland.

Erst mit Abschluss der dann sechswöchigen Revision werde das Kraftwerk wieder ans Netz gehen, sagte Lies. Für die Energieversorgung sei das kein Problem, die Kraftwerke arbeiteten teils nicht mit voller Leistung. «Das heißt nicht, dass wir die Kraftwerke nicht brauchen», betonte er. Lies kritisierte die Forderung der Grünen, die Kraftwerke Grohnde und Lingen im Emsland abzuschalten. Es gehe auch um eine sichere Energieversorgung, betonte er. Die Forderung spiele «mit den Sorgen der Menschen und gehört sich einfach nicht».

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl hatte gefordert, die Atomkraftwerke Grohnde und Emsland bis zum Ende der Corona-Krise abzuschalten. «Die deutschen Atomkraftwerke sind unter den gegebenen Umständen weniger denn je systemrelevant», schrieb die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag an Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sowie an die Umweltminister von Niedersachsen und Bayern.

Lies erklärte, er gehe davon aus, dass aus der Untersagung keine Ansprüche des Kraftwerksbetreibers entstehen. Unklar sei noch, ob es zu Verzögerungen bei der für den 8. bis 31. Mai geplanten Revision des Atomkraftwerks Emsland kommen werde. Zunächst müsse klar sein, wie sich die Zahl der Infektionen bis Mai entwickeln werde. Der Minister sprach von einer guten Lösung, die zur Grundlage für Entscheidungen in anderen Bundesländern werden könne. Die Revisionen der Kraftwerke Gundremmingen (Bayern) und Neckarwestheim (Baden-Württemberg) seien dann für die folgenden Monate geplant.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen stieg nach Reimanns Angaben am Freitag - Stand 13.00 Uhr - auf 5455. Das waren 396 mehr als am Vortag. Von den Infizierten seien 776 im Krankenhaus, davon seien 214 auf der Intensivstation, davon wiederum würden 149 beatmet. Ziel sei es weiter, die Kapazität der Intensivbetten zu verdoppeln. Daran werde gearbeitet, das hänge aber davon ab, wie viele Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen.

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