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Schaumburg will als Wasserstoff-Region nach vorne kommen

17.09.2019 - Für Strom, Wärme oder Antriebe – umweltfreundlich erzeugter Wasserstoff könnte ein Energieträger der Zukunft werden. Der Landkreis Schaumburg will ganz vorn dabei sein.

  • Der Schriftzug "Wasserstoff" steht in der einer Anlage zur industriellen Produktion. Foto: Hermann Pentermann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug "Wasserstoff" steht in der einer Anlage zur industriellen Produktion. Foto: Hermann Pentermann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schaumburg (dpa/lni) – Schaumburg setzt voll auf Wasserstoff. Der Landkreis im Weserbergland, der als einzige Region Niedersachsens in das neue Wasserstoff-Förderprogramm des Bundes aufgenommen wurde, will eine führende Region bei Herstellung und Nutzung des umweltfreundlichen Energieträgers werden. «Für uns ist das eine große Chance», sagte der verantwortliche Masterplan-Manager Horst Roch. Nach Einschätzung von Landrat Jörg Farr (SPD) könnte die Zukunftstechnologie der Wasserstofftechnik für die ländlich und mittelständisch geprägte Region zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein werden.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte vor einigen Tagen seine Pläne zur Entwicklung der «grünen»  Wasserstofftechnologie vorgestellt. Dazu wurden bundesweit neun Regionen ausgewählt, in denen die Wasserstoffproduktion mit Strom aus erneuerbaren Energien vorangetrieben werden soll. Der aus Ökostrom gewonnene «grüne Wasserstoff» hat aus der Sicht von Experten bei der Energiewende großes Potenzial. Er unterscheidet sich vom sogenannten «grauen Wasserstoff», der aus fossilen Rohstoffen wie Erdgas entsteht.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann äußerte sich zufrieden, dass das Weserbergland zu den Modellregionen gehören soll. «Es ist eine beachtliche Leistung, dass sich der Landkreis Schaumburg unter 85 Kommunen und Regionen aus ganz Deutschland durchgesetzt hat», sagte der CDU-Politiker.

In der Region Schaumburg mit dem Kreissitz Stadthagen soll nach Angaben von Landrat Farr zunächst ein Netzwerk wichtiger Akteure aufgebaut werden, um die Wasserstoffstrategie umsetzen zu können. «Dabei geht es im Wesentlichen um die Analyse der Potenziale in der Region und das Herausarbeiten möglicher Projekte», sagte eine Kreissprecherin. Gedacht sei unter anderem an eine Strom- und Wärmeversorgung größerer Gebäudekomplexe durch regenerativ erzeugten Wasserstoff. Dafür kämen kommunale und gewerbliche Einrichtungen ebenso in Betracht wie größere Mehrfamilienhäuser.

Wenn es nach Masterplan-Manager Roch geht, soll möglichst bald überschüssiger Strom aus regenerativer Energie per Elektrolyse in umweltfreundlichen Wasserstoff umgewandelt, gespeichert und transportierbar gemacht werden. Konkrete Vorschläge dazu sollen zusammen mit einem vom Bund im Rahmen des Modellvorhabens finanzierten Projektbüro erarbeitet werden. In der zweiten Phase sollen für die Umsetzung dann Fördergelder fließen.

«Wir haben bereits konkrete Projektideen», sagte Roch. «Es ist aber noch zu früh, um konkret darüber zu sprechen.» Unabhängig davon biete die «grüne» Wasserstofftechnologie Betreibern älterer Windparks, deren Förderung auslaufe, neue Chancen. Sie könnten in Anlagen investieren, die per Elektrolyse und mit Hilfe des Windstroms Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufspalten.

Zusätzlich werde darüber nachgedacht, den Schwerlastverkehr auf Wasserstoff umzustellen - Lastwagen also mit dem Brennstoff anzutreiben, sagte Roch. «Man könnte dazu Wasserstofftankstellen einrichten.»

Das entspräche den Vorstellungen von Verkehrsminister Scheuer. «Wir wollen lieber heute als morgen klimafreundlich unterwegs sein», hatte der CSU-Politiker erklärt. «Wasserstoff-Mobilität erfüllt genau das: Tanken in drei Minuten mit einer Reichweite von 500 bis 700 Kilometern.» Scheuer betonte mit Blick auf alternative Antriebe für Autos wiederholt, es müsse «Technologieoffenheit» geben - neben der Elektromobilität per Batterie müsse auch die Wasserstofftechnologie vorangetrieben werden.

Nach Einschätzung des niedersächsischen Wirtschaftsministers hat das Land großes Potenzial, «für die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft eine Spitzenposition zu übernehmen». Niedersachsen arbeite derzeit mit den anderen vier Küstenländern an einer norddeutschen Wasserstoffstrategie. Sie soll Anfang November vorgestellt werden.

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