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Schüler leiden immer öfter unter Cybermobbing

18.09.2019 - Eine Beleidigung in einem Chat gepostet, ein intimes Bild an Freunde weitergeleitet - Cybermobbing kann schon mit wenigen Klicks entstehen. In den vergangenen Jahren hat das Problem zugenommen.

  • Ein Junge reibt sich vor seinem Laptop beim Betrachten der Facebook-Seite die Augen. Foto: Oliver Berg/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Junge reibt sich vor seinem Laptop beim Betrachten der Facebook-Seite die Augen. Foto: Oliver Berg/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Laut Experten des Landeskriminalamts (LKA) sind niedersächsische Schüler immer häufiger von Cybermobbing betroffen. «Je mehr Technik im Spiel ist und je jünger die Teilnehmer in den sozialen Netzwerken sind, desto mehr Taten passieren auch», sagte Pia Magold vom LKA am Mittwoch auf einer Tagung für Fachkräfte aus Schule und Polizei in Hannover. Rund 200 Teilnehmer diskutierten dort über dem Umgang mit Cybermobbing.

Laut Pia Magold sind Mädchen häufiger unter den Opfern als Jungen. «Ich denke mal das hat damit zu tun, dass Jungs auch mal etwas an sich abprallen lassen», sagte sie. Täter und Opfer seien meist in einem Alter zwischen 12 und 18 Jahren.

Konkrete Zahlen für Cybermobbing könne das LKA nicht nennen, denn Mobbing ist im Strafgesetzbuch nicht als Straftatbestand erfasst und taucht deshalb auch nicht in den Kriminalstatistiken auf. «Es gibt also ganz viele Straftaten, die am Ende ein Mobbing darstellen können», erklärte Magold. Dazu gehören zum Beispiel Stalking, Bedrohung oder üble Nachrede. Auch über den konkreten Umgang und rechtliche Fragen im Zusammenhang mit Fotos oder Videos, die Opfer bloßstellen könnten, diskutierten die Experten.

Polizei und Schulen arbeiten bei dem Thema schon seit einigen Jahren eng zusammen. So klären Polizisten im Unterricht zum Beispiel regelmäßig über ihre Arbeit in Verbindung mit Mobbingfällen auf. Die Ermittler sagen: Oft sei dem Verursacher selbst das mögliche Ausmaß von Cybermobbing nicht klar. In Zukunft soll der Fokus der Zusammenarbeit von Pädagogen und Polizisten besonders darauf liegen, Cybermobbing in den Schulen zu verhindern. «Dazu müssen besonders die Eltern gut informiert werden», sagte Jan ter Horst vom niedersächsischen Kultusministerium. Die Eltern sollten die ersten Ansprechpartner für ihre Kinder sein, betonte ter Horst.

Soziale Netzwerke würden Cybermobbing heute rund um die Uhr möglich machen. «Ausgrenzung ist kein neues Phänomen, aber die vermeintliche Anonymität im Netz setzt die Hemmschwelle herab», sagte ter Horst.

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