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Tödliche Schüsse: Verteidiger fordert Freispruch

06.02.2020 - Braunschweig (dpa/lni) - Im Mordprozess nach tödlichen Schüssen in einem Hinterhof in Salzgitter hat die Verteidigung Freispruch für den 34 Jahre alten Beschuldigten gefordert. Auch wenn nahezu alles gegen den Angeklagten zu sprechen scheine, gebe es Zweifel an der Täterschaft, sagte der Verteidiger am Donnerstag im Braunschweiger Landgericht. Dem Syrer wird vorgeworfen, den aus dem Irak stammenden Lebensgefährten seiner Schwester am 26. Januar 2019 auf einem Parkplatz getötet zu haben, weil er die Beziehung nicht duldete. (Az: 9 Ks 7/19)

  • Ein Richterhammer aus Holz liegt auf der Richterbank. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Richterhammer aus Holz liegt auf der Richterbank. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Verteidiger warf der Staatsanwaltschaft vor, eine Reihe von Scheinindizien vorgelegt zu haben. Viel Zeit seines Plädoyers widmete er aber der Annahme, dass das Gericht seinen Mandaten für den Täter hält. Die besondere Schwere der Schuld sehe er dann ebenso wenig erfüllt wie die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe. Die Staatsanwaltschaft hatte dies bei ihrem Antrag auf eine lebenslange Freiheitsstrafe so gesehen. Die Vertreter der Nebenklage hatten sich dem angeschlossen.

Für die Anklage war das klare Ziel die Wiederherstellung der Ehre seiner muslimischen Familie. Wochen vor der Tat soll der Angeklagte bereits Todesdrohungen ausgesprochen haben. Am Tattag soll er das Haus seiner Familie mit der Ankündigung verlassen haben, die Ehre nun zu retten. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wusste er genau, wo der 25-Jährige sein Auto abends parkte und lauerte ihm dort in der Dunkelheit auf. Das Urteil soll am Donnerstag (13. Februar) fallen.

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