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Tui verliert DER Touristik für Kundengeld-Absicherung

24.04.2020 - Bei der Pleite von Thomas Cook spielte die Frage, wie Zahlungen von Kunden abgesichert sind, eine große Rolle. Branchenriese Tui hält an seinem System fest - ein wichtiger Partner orientiert sich aber neu.

  • Flugzeuge von Tui parken am Flughafen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Flugzeuge von Tui parken am Flughafen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der weltgrößte Reiseanbieter Tui verliert mitten in der Corona-Krise den Kölner Veranstalter DER Touristik als Partner bei der Absicherung von Kundenzahlungen für Pauschalreisen. Die zum Rewe-Konzern gehörende DER Touristik wechselt vom Deutschen Reisepreis-Sicherungsverein (DRS) zum Wiesbadener Versicherer R+V, wie sie am Freitag in Köln mitteilte. Mit dem Ausstieg von DER Touristik hat Tui nun als einziger Veranstalter das Geld seiner Pauschalreisekunden noch beim DRS versichert.

Die Hannoveraner, die wegen des beispiellosen Einbruchs im Reisegeschäft mit einem staatlichen Hilfskredit von 1,8 Milliarden Euro gestützt werden, wollen die Eigenmittel des DRS laut einem Konzernsprecher bis Juli schrittweise auf 110 Millionen Euro aufstocken. Dem Vernehmen nach soll die Summe sogar auf 130 Millionen Euro wachsen. Durch den Ausstieg von DER muss Tui diese Summe allein tragen. DER-Kunden erhalten den Reisepreis-Sicherungsschein, der bei jeder Pauschalreise vorgeschrieben ist, ab 27. April von der R+V.

Die Aufstockung der DRS-Mittel war notwendig, um die Absicherung von Kundengeld auch für Tui aufrechtzuerhalten. Zudem will der Konzern den DRS mithilfe eines Rückversicherungskonzepts finanziell stärken. Die Finanzaufsicht Bafin hat die Pläne bereits genehmigt. Tui hatte dem Schritt nach eigenen Angaben schon zugestimmt, bevor der über die Förderbank KfW abgewickelte staatliche Hilfskredit zugesagt wurde. Das Unternehmen aus Hannover kämpft derzeit - wie viele andere Firmen der Branche - mit einem drastischen Rückgang der Buchungen.

Das bisherige Konzept des DRS war nach der Pleite des Veranstalters Thomas Cook (Neckermann Reisen) infrage gestellt worden. Die Bafin hatte im Herbst 2019 die Absicherung von Kundenzahlungen in der Branche genau unter die Lupe genommen. Bisher müssen Veranstalter in Deutschland eine Insolvenzabsicherung nur bis 110 Millionen Euro pro Versicherer vorweisen, was im Fall von Thomas Cook bei Weitem nicht ausreichte. Der Gesetzgeber arbeitet derzeit an einer Neuregelung.

Während Thomas Cook einen Vertrag mit dem Schweizer Versicherer Zurich hatte, waren Tui und DER Touristik als einzige Veranstalter noch über den DRS abgesichert. Dessen Kapitalbasis wurde vielfach als viel zu gering kritisiert, um die mögliche Insolvenz eines der versicherten Veranstalter schultern zu können.

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