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Umstrittenes Tierversuchslabor LPT muss schließen

17.01.2020 - Neue Heimat für Labortiere gesucht: Noch 96 Hunde brauchen eine Bleibe, weil die Behörden die Anstalt in Mienenbüttel dicht machen. Andere Hunde und Katzen sind bereits versorgt. Ganz so viel Glück haben die Affen aber nicht.

  • Blick auf das Gelände des LPT-Labors in Mienenbüttel. Foto: Bodo Marks/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf das Gelände des LPT-Labors in Mienenbüttel. Foto: Bodo Marks/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neu Wulmstorf (dpa) - Das wegen massiver Tierschutzverstöße in Verruf geratene Versuchslabor LPT in Neu Wulmstorf hat die Betriebserlaubnis verloren. Der Landkreis Harburg teilte am Freitag mit, man habe gemäß den Regeln des Tierschutzgesetzes «mit sofortiger Wirkung die Erlaubnis der LPT am Standort in Mienenbüttel widerrufen». In dem Labor hatten bereits keine Tierversuche mehr stattgefunden. Die Zuverlässigkeit des Betreibers sei nicht mehr gegeben, erklärte der Landkreis.

Tierschützer hatten im Oktober aufgedeckt, dass in dem Labor im Neu Wulmstorfer Ortsteil Mienenbüttel Hunde und Affen bei Versuchen misshandelt wurden. Ein Aktivist hatte sich als Mitarbeiter eingeschlichen und Aufnahmen von schreienden Affen und blutverschmierten Hunden gemacht. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen Verstößen gegen den Tierschutz und ließ das Labor Ende November durchsuchen.

Medienberichten zufolge hatte die Firma Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) mit Hauptsitz in Hamburg-Neugraben ihrerseits die Schließung der Außenstelle Mienenbüttel für Ende Februar angekündigt. «Der LPT wird eine Frist von zwei Wochen eingeräumt, um alle derzeit noch in der Tierversuchsanstalt lebenden Tiere - dabei handelt es sich um 96 Hunde - an geeignete Dritte abzugeben», teilte der Landkreis Harburg jetzt mit. 49 Katzen und 80 Hunde seien schon an Tierschutzorganisationen und Privatpersonen vermittelt worden.

Gegen das LPT gab es seit Jahrzehnten Demonstrationen, doch die Bilder der Undercover-Aktion besiegelten schließlich das Aus für das Labor. «Ein einzigartiger Vorgang und ein fantastischer Erfolg des friedlichen Widerstandes gegen die grausamen und sinnlosen Tierversuche», sagte Friedrich Mülln, Leiter der Organisation Soko Tierschutz, die an der Aktion beteiligt war.

Er forderte die Behörden in Hamburg und Schleswig-Holstein auf, auch die dortigen LPT-Standorte zu schließen. Auch dort hätten frühere Mitarbeiter von Tierquälereien und manipulierten Forschungsresultaten berichtet. Die Soko Tierschutz habe vor zwei Wochen Strafanzeige erstattet wegen der Zustände im Labor Löhndorf (Kreis Plön).

Mülln kritisierte, dass für fast 200 Affen aus Mienenbüttel «jede Rettung zu spät gekommen» sei. Sie seien an einen niederländischen Versuchstierhändler verkauft worden. Der Landkreis Harburg bestätigte dies. Es habe gegen den Verkauf keine rechtliche Handhabe gegeben, sagte ein Sprecher.

Im niedersächsischen Landtag wurde der Entzug der Betriebserlaubnis begrüßt. Der Schritt sei «längst überfällig», sagte die SPD-Abgeordnete Karin Logemann. Medizinische Forschung müsse auf längere Sicht ohne Tierversuche auskommen. Bis dahin müssten aber Genehmigungsverfahren und Kontrollen verbessert werden. Die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte forderte, nun auch die LPT-Labore in Hamburg und Schleswig-Holstein zu schließen.

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