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Vater im Prozess: «Kind musste Elektrohalsband tragen»

24.09.2019 - Es geht um die Frage, ob ein Kind mit einem Elektrohalsband bestraft und in eine Hundebox gesperrt wurde. Die Mutter des Mädchens verteidigte sich zu Prozessbeginn wortreich. Am zweiten Verhandlungstag sagte der Vater des Mädchens aus.

  • Ein Wegweiser vor dem Landgericht Hannover. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Wegweiser vor dem Landgericht Hannover. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Im Prozess um Kindesmisshandlung mit einem Elektrohalsband hat der Vater am Dienstag die angeklagte Mutter belastet. Am zweiten Verhandlungstag legte der 41-Jährige vor dem Landgericht Hannover Fotos vor, die die damals Siebenjährige mit dem umgelegten Elektrohalsband zeigen sollen. Ihm zufolge wurde das Halsband, das eigentlich zum Konditionieren von Hunden dient, als Bestrafung angewandt: «Das hatte sie um, wenn es mit dem Hintern versohlen nicht mehr klappte».

Er habe mindestens sechs bis sieben mal gesehen, dass die 44-jährige Angeklagte der gemeinsamen Tochter das Halsband umlegte. Auch wenn er nie mitbekommen habe, wie die Mutter das Halsband auslöste, habe die Tochter immer panisch reagiert.

Der Tischlermeister lebte getrennt von der Familie, war nach eigenen Angaben aber regelmäßig zu Besuch. Seine Beziehung zu der Angeklagten schilderte der kräftig gebaute Mann als unterwürfig. Er habe dem Kind zwar einmal auf Anweisung der Mutter den Hintern versohlt, sei aber sonst eher passiv gewesen. Der Mann war wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen und Freiheitsberaubung im April zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Nach seiner Darstellung hat die Angeklagte öfter Gewalt angewandt, teilweise auch mit einem Ledergürtel. «Es lag auch in der Küche eine Holzlatte bereit, die wurde auch genommen», erzählte der Vater. In der Hundebox sei das Kind einmal für kurze Zeit eingesperrt gewesen.

Auch die ehemalige Ergotherapeutin der heute Neunjährigen belastete die Mutter vor Gericht. Sie hatte vor zwei Jahren das Verfahren in Gang gesetzt, als das Kind noch bei ihr in Behandlung war. Nachdem das Mädchen während einer Therapieeinheit in einem Gymnastikring stand und sagte, hier wäre in etwa so viel Platz wie in einer Hundebox, habe sie gedacht: «Hier ist Gewalt im Spiel». In der Folge habe sie das Kind öfter beiseite genommen und mehr Details erfahren.

Das Mädchen hat ihr demnach offenbart, öfter und auch mindestens einmal über Nacht in einer Hundebox verbracht zu haben. Auch von Bestrafungen mit dem Elektrohalsband habe ihr das Kind erzählt und sei darüber hinaus öfter mit blauen Flecken in die Behandlung gekommen.

Die 44-jährige Angeklagte muss sich seit Montag wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, die Tochter in Unterwäsche nachts in eine Metallbox gesperrt und mehrfach gezwungen zu haben, ein Elektrohalsband zu tragen. Die Frau verteidigte sich zum Prozessauftakt wortreich. Sie räumte ein, das Mädchen einmal für kurze Zeit eingesperrt zu haben, als das Kind bereits vorher in der Hundebox im Kinderzimmer mit Kuscheltieren gespielt habe.

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