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Verfassungsschutz-Erpressungsversuch: Chefin war im Bild

12.04.2019 - Hannover (dpa/lni) - Ex-Verfassungsschutzchefin Maren Brandenburger hat bei ihrem Rückzug aus dem Amt gewusst, dass ein Mitarbeiter der Behörde versucht hat, seinen Vorgesetzten zu erpressen. Dies teilte der niedersächsische Verfassungsschutz am Freitag der Deutschen-Presse-Agentur in Hannover mit. Brandenburger musste im November ihren Posten räumen, nachdem ein V-Mann durch eine Behördenpanne enttarnt worden war. Innenminister Boris Pistorius (SPD) sei es dagegen «nicht erinnerlich», dass er zum Zeitpunkt von Brandenburgers Abgang über den Erpressungsversuch informiert war, hieß es im Innenministerium.

  • Die ehemalige Chefin des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Maren Brandenburger. Foto: Ole Spata/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die ehemalige Chefin des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Maren Brandenburger. Foto: Ole Spata/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass ein 42-jähriger Verfassungsschutz-Mitarbeiter in Hannover mit erfundenen Vorwürfen von sexueller Belästigung versucht hatte, seinen Vorgesetzten zu erpressen. Dadurch erhoffte er sich eine Erlaubnis, seinen Dienstwagen weiterhin privat nutzen zu dürfen. Als der Mann seinen Chef beim Innenministerium wegen einer angeblichen Affäre mit einer ehemaligen Kollegin anschwärzte, rückte die Polizei bei ihm an, wie ein Sprecher des Amtsgerichts mitteilte. Dabei stießen die Fahnder auf seinem privaten Handy auf Kinderpornos. Außerdem fanden sie Pistolenmunition. Der Mitarbeiter wurde Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut zufolge im November 2018 wegen des laufenden Strafverfahrens vorläufig suspendiert.

Die oppositionellen Fraktionen von Grünen und FDP im Landtag haben eine schnellstmögliche Aufklärung des Vorfalles angemahnt. Witthaut will dazu am 25. April im Fachausschuss des Landtags Stellung nehmen.

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