Verschneite Autobahnen stellen Lkw-Fahrer auf Geduldsprobe

09.02.2021 Schnee und glatte Fahrbahnen machen vor allem für viele Lastwagen auf den Autobahnen in Niedersachsen ein Vorankommen kaum möglich. Brummi-Fahrer müssen daher über Nacht in der Kälte ausharren. Meteorologen melden, es drohen weitere Frostnächte.

Blick auf die A2. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach den heftigen Schneefällen hat sich der Winter in Niedersachsen nun auch zunehmend mit eisiger Kälte ausgebreitet. Glatte Fahrbahnen durch festgefahrene Schneemassen machten ein Vorankommen auf vielen Autobahnabschnitten kaum möglich, wie mehrere Autobahnpolizeien im Land am Dienstag meldeten. Auch der Bahnverkehr ist wegen des massiven Wintereinbruchs weiter beeinträchtigt. Viele Schulen bleiben auch am Mittwoch geschlossen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) dankte auf Twitter Menschen, die helfen, Straßen und Wege freizuräumen und Obdachlose versorgen.

AUTOBAHNEN: Kilometerlange Staus - vor allem durch feststeckende Lastwagen - sorgten auf den Autobahnen A2 und A7 für Behinderungen. Auf der A2 von Hannover Richtung Ruhrgebiet standen bis zum Dienstagmorgen bei Bad Oeynhausen Lastwagen. Im Nachbarland Nordrhein-Westfalen hatte es wegen der Witterung am Abend stellenweise ein Lkw-Fahrverbot gegeben. Rettungskräfte versorgten die eingeschneiten Fahrer. Auf der A7 staute sich der Verkehr stundenlang bei Göttingen.

Zwischen Braunschweig und Helmstedt auf der A2 standen zahlreiche Lastwagen auf dem Standstreifen, da Autobahnausfahrten und Parkplatzauffahrten unbefahrbar waren, wie eine Polizeisprecherin sagte. Vielen bliebe angesichts der Lage kaum etwas anderes übrig. Zudem blockierten querstehende Lkw etwa bei Lehrte die Fahrbahnen.

Auf der A1 bei Cappeln (Kreis Cloppenburg) wurde der Fahrer eines Lastwagens bei einem Glätteunfall schwer verletzt. Sein Sattelzug kollidierte mit der Mittelplanke. Die A1 war über Stunden gesperrt.

BAHNVERKEHR: Schnee und Eis schränkten weiterhin den Regionalverkehr der Deutschen Bahn vor allem im Süden Niedersachsens ein. Der Zugverkehr im Harz-Weser-Netz soll noch mindestens bis Mittwochmorgen eingestellt bleiben, teilte die Bahn auf ihrer Webseite mit. Die Räumung der Schneemassen auf den Gleisen dauere an. Auch im Fernverkehr kam es weiter zu Verspätungen und Ausfällen.

Auf einigen Strecken, etwa im Norden zwischen Bremen und Hannover, fuhren dagegen wieder Züge. Die Bahn rät Reisenden weiter, sich vor Fahrtantritten im Internet zu informieren. Auf den Strecken der Bahnunternehmen Metronom, Enno und Erixx sowie der Nordwestbahn müssen Fahrgäste weiterhin mit Ausfällen und Einschränkungen rechnen.

WETTERAUSSICHTEN:Laut Deutschem Wetterdienst ist mit den verbreiteten, heftigen Schneefällen vorerst Schluss. Lediglich an der Küste und an der Elbmündung seien auch am Mittwoch noch letzte Schneeschauer zu erwarten, sagte ein Meteorologe. Die Temperaturen verharren tagsüber zwischen minus 1 Grad an der Küste und minus 10 Grad im Oberharz im Frostbereich. In der Nacht auf Mittwoch sind sogar bis zu minus 20 Grad rund um Göttingen möglich. «Das kommt in Niedersachsen nicht so häufig vor», sagte der Meteorologe.

SCHULAUSFÄLLE: Wegen des Winterwetters wurde an den meisten allgemeinbildenden Schulen und an den Berufsschulen der Präsenzunterricht am Dienstag abgesagt. Ausgenommen war nur der Norden des Landes mit dem Elbe-Weser-Dreieck und Ostfriesland. Für Mittwoch kündigten bis zum Nachmittag die Kreise Goslar, Göttingen, Emsland, Hameln-Pyrmont sowie die Grafschaft Bentheim erneut Schulausfälle an. Statt Unterricht findet Homeschooling statt.

EISFLÄCHEN:Mehrere Städte in Niedersachsen und Bremen warnten vor dem Betreten zugefrorener Gewässer. «Beim Betreten dieser Eisflächen besteht Lebensgefahr durch Einbrechen und Ertrinken», teilte etwa die Stadt Oldenburg mit und verwies auf Messungen an mehreren Gewässern. Die Wasserschutzpolizei warnte Menschen davor, Eisflächen auf dem Mittellandkanal und der Weser zu betreten.

IMPFUNGEN: Die teils dichte Schneedecke verzögerte auch die Verteilung des Corona-Impfstoffes. Die für Dienstag geplanten Impfstoff-Transporte wurden abgesagt, wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte. Betroffen waren 20 der 50 Impfzentren. Wann die Lieferungen nachgeholt werden können, war zunächst offen.

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