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Verschwundenes Beweismaterial: Noch kein konkreter Verdacht

15.03.2019 - Der Missbrauchsfall von Lügde bringt ein beispielloses Behördenversagen ans Licht. Immer noch ist Beweismaterial verschwunden. Die Polizei hat offenbar keine Spur.

  • Im Missbrauchsfall von Lügde ist die Zahl der Opfer auf mindestens 34 gestiegen. Foto: Guido Kirchner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Im Missbrauchsfall von Lügde ist die Zahl der Opfer auf mindestens 34 gestiegen. Foto: Guido Kirchner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bielefeld (dpa/lnw) - Bei den Diebstahl-Ermittlungen zu dem verschwundenen Beweismaterial im Missbrauchsfall von Lügde gibt es bisher keinen konkreten Tatverdacht. «Ein strafrechtlicher Tatverdacht gegen eine bestimmte Person hat sich bislang nicht ergeben», teilten die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Staatsanwaltschaft Detmold hatte am 6. März ein Strafverfahren gegen unbekannt wegen des Verdachts des Diebstahls der 155 CDs und DVDs eingeleitet. Diese waren im Dezember aus einem nicht gesicherten Raum der Kreispolizei Lippe verschwunden. Der Verlust blieb wochenlang bis Ende Januar unbemerkt. Da die intensive Suche nach den Datenträgern ergebnislos geblieben sei, könne auch ein Diebstahl nicht ausgeschlossen werden, hieß es weiter.

Die verschwundenen Datenträger sind allerdings nur ein geringer Teil des im Wohnwagen des Hauptverdächtigen sichergestellten Beweismaterials. Auf Festplatten und anderen Datenträgern hatten die Ermittler rund 3,3 Millionen Bilder und fast 86 300 Videos sichergestellt.

Staatsanwaltschaft und Polizei haben nach jüngsten Angaben bisher 34 minderjährige Opfer des massenhaften Kindesmissbrauchs identifiziert - 28 Mädchen und sechs Jungen. Darüber hinaus gibt es 14 Verdachtsfälle. Dazu dauern die Ermittlungen an. Angesichts der Masse der sichergestellten Bilder und Filme wird mit weiteren Verdachtsfällen gerechnet. Die drei Haupttatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

Der Polizeiskandal um das verschwundene Beweismaterial weitet sich unterdessen aus. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass ein zeitweiliger Leiter der Lipper Ermittlungskommission vom Dienst suspendiert worden sei. Der Beamte des Kriminalkommissariats Bad Salzuflen hatte die Kommission nur etwa zweieinhalb Wochen von kurz vor Weihnachten bis Anfang Januar geführt. Gegen ihn besteht jedoch in einem anderen Sexualstraffall der Verdacht der Strafvereitelung im Amt. Wie auch im Fall Lügde waren laut Reul in drei anderen Ermittlungsverfahren, die er als Sachbearbeiter geführt hatte, Beweismittel verschwunden.

Der suspendierte Beamte hatte als Tutor auch den Kommissarsanwärter betreut, der die später verschwundenen 155 Datenträger gesichtet hatte. Gegen den Beamten wurde Strafanzeige gestellt und ein Disziplinarverfahren eröffnet.

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