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Waldbesitzer fordern Geld für Aufforstung: Auch im Harz

05.08.2019 - Neue Bäume sollen helfen, das Klima zu schützen, darin ist sich die Landesregierung einig. Die Schäden, die Sturm und Dürre in den Wäldern hinterlassen, werden immer sichtbarer. Jetzt rechnen Waldbesitzer vor, was die Aufforstung kostet.

  • Abgestorbene Bäume im Nationalpark Harz am Brocken. Foto: Matthias Bein/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Abgestorbene Bäume im Nationalpark Harz am Brocken. Foto: Matthias Bein/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lutter am Barenberge (dpa/lni) - Die niedersächsischen Waldbesitzer fordern angesichts des zunehmenden Baumsterbens mehr Geld für die Aufforstung - auch im Nationalpark Harz. «Wir haben durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer eine katastrophale Situation und Schäden von ungeahntem Ausmaß», sagte der Präsident des Waldbesitzerverbands, Norbert Leben, der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als zwei Millionen Festmeter Schadholz gebe es im niedersächsischen Privatwald bereits.

Die Aufarbeitung des Schadholzes kostet Leben zufolge 25 Euro pro Festmeter, also insgesamt rund 50 Millionen Euro. «Waldschutz und Wiederaufforstung müssen daher zu 100 Prozent unbürokratisch als Soforthilfe gefördert werden, um Klimaschutz und die so vielen anderen wichtigen Waldfunktionen gewährleisten zu können.» Hinzu kämen rund 9000 Hektar Privatwald, die planmäßig aufgeforstet werden sollen - das koste weitere 45 Millionen Euro.

Am Montag informierte sich der CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer unter anderem beim Waldbesitzerverband über den Zustand der Wälder. «Die Schäden in den niedersächsischen Wäldern sind erschreckend», sagte er danach. «Nicht nur Fichtenbestände sind durch den Borkenkäfer in ihrer Existenz bedroht, auch große Buchenbestände leiden unter dem Klimawandel.» Schnelle Entscheidungen seien nötig.

Schon Ende Juli hatte Toepffer - ebenso wie Umweltminister Olaf Lies (SPD) - neue Bäume für den Klimaschutz gefordert. Der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» sagte Toepffer damals, das Land habe den Waldbesitzern im Haushalt zuletzt 1,7 Millionen Euro zugestanden, «das könnte mehr werden». Die natürliche Erholung des Baumbestands sei zu langsam, daher müssten neue und andere Bäume gepflanzt werden.

Dem stimmte Leben zu, auch mit Blick auf den Nationalpark Harz solle eine aktive Aufforstung daher kein Tabu sein. «Es wird zu lange dauern, bis sich wieder natürlich ein Wald entwickelt», sagte er. Jede einheimische Baumart sei wegen des Klimawandels großen Risiken ausgesetzt, Bäume aus wärmeren und trockeneren Gebieten könnten den Walderhalt sichern. «Dies gilt auch für einen Nationalpark.»

Toepffer zeigte sich dafür am Montag zumindest offen. «Auch ob die Natur es alleine kann, zum Beispiel im Nationalpark Harz, müssen wir offen und ehrlich diskutieren», sagte er. «Wir reden nicht über kurzfristige Maßnahmen, sondern über eine Aufgabe, die mehrere Generationen beschäftigt.»

Die Forstminister der Union hatten vergangene Woche vom Bund 800 Millionen Euro für die kommenden vier Jahre gefordert. Das Geld sei nötig, um kurz- und langfristige Maßnahmen in Angriff zu nehmen, die einen Kollaps der Wälder verhindern sollen. Mit zusätzlichem Geld der Länder soll die Summe am Ende mehr als eine Milliarde Euro betragen.

Der Waldbesitzerverband begrüßte diese sogenannte «Moritzburger Erklärung». «Der Wald ist zur Chefsache im Bund sowie Land geworden und muss im Klimawandel oberste Priorität haben», sagte Leben. Der Wald bekomme jetzt die Aufmerksamkeit, die er schon viel früher gebraucht hätte. Was heute an Wäldern gepflanzt werde, komme den nachfolgenden Generationen zugute.

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich waren kürzlich in einer Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass der Klimawandel mit nichts so effektiv bekämpft werden kann wie mit Aufforstung. Bäume zu pflanzen habe das Potenzial, zwei Drittel der bislang von Menschen verursachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen, hieß es.

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