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Warum ist dem Seehund im Winter nicht kalt?

26.11.2019 - Tiere haben keinen wärmenden Ofen. Wer nicht flüchten kann in wärmere Gefilde, muss andere Maßnahmen treffen gegen das Frieren.

  • Ein kleines Seehundmädchen blickt aus dem Wasser. Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein kleines Seehundmädchen blickt aus dem Wasser. Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Tönning (dpa/lno) - Die Tage werden kürzer, und der Winteranfang steht vor der Tür. Doch die Wildtiere im Wattenmeer brauchen keinen Schal und keine Mütze. «Für Seehunde und Kegelrobben spielt die Jahreszeit keine so entscheidende Rolle, denn die Temperaturunterschiede des Nordseewassers sind längst nicht so groß wie die der Luft», erklärte der Sprecher der Nationalparkverwaltung, Hendrik Brunckhorst. «Mit Ausnahme von extremen Eiswintern beträgt die Differenz im Mittel rund zehn Grad.» Damit die Robbe sich auch bei Eiseskälte wohlfühlt, ist ihr Körper mit einer mehrere Zentimeter dicken Speckschicht isoliert - dem so genannten Blubber. Dazu kommt noch ein hoch effizienter Wärmetauscher für die kalten Flossen.

Flossen müssen beweglich sein, dort wäre Speck hinderlich. Damit die kostbare Körperwärme nicht über die Flossen ans Wasser abgegeben wird, sind die Arterien, die das Blut aus dem Körper in die Extremitäten leiten, von einem Netz von Venen umringt. So wird das in den Flossen abgekühlte Blut auf dem Rückweg in den Körperkern aufgewärmt.

Auch die Ente nutzt für ihre nackten Beine im Winter die Vorteile eines Wärmetauschers. Ihre kalten Füße haben noch einen weiteren Vorteil, wenn sie auf zugefrorenen Gewässern watschelt. Denn hätte sie warme Füße, würde das Eis unter ihnen schmelzen. Bleibt sie stehen, würde der dünne Wasserfilm unter den Sohlen in kürzester Zeit wieder gefrieren, und die Ente wäre festgefroren. Sie könnte sich nicht mehr von der Stelle bewegen.

Obenrum helfen der Ente gegen Kälte ihre dichten Daunen. Wenn sie sich aufplustert, vergrößert sich die isolierende Luftschicht zwischen den Federn. Diese Luft wird vom Körper erwärmt und funktioniert wie eine Daunenjacke beim Menschen. Außerdem ist ihr Gefieder wind- und wasserdicht. Dafür «imprägniert» die Ente mit einem öligen Sekret aus der Bürzeldrüse regelmäßig ihre Federn. So bleibt der Körper auch im Winter warm.

Doch bei Fischen, Schnecken oder Muscheln passt sich die Körpertemperatur an die Umgebungstemperatur an. Wer mobil ist wie die Scholle oder die Nordseegarnele (Nordseekrabbe), flüchtet vor der Kälte in tiefere und damit frostfreie Bereiche der Nordsee. Der Wattwurm buddelt sich als Schutz vor Frost in tiefere Bodenschichten. Und dann gibt es Überlebenskünstler wie die Herzmuschel. Sie schützt sich vor dem Erfrieren mit einem körpereigenen Frostschutzmittel, einer Mischung aus Salz und Eiweiß, die den Gefrierpunkt der Zellen absenkt. 

«Die Hauptstrategie ist wohl die, gar nicht da zu sein», sagt Biologe Brunckhorst. Zum Beispiel wie viele Vögel: «Sie ziehen gen Süden, je nach Art und entsprechend den Witterungsverhältnissen entlang der Nordseeküste oder, wie unter anderem Sichelstrandläufer oder Knutt - bis weit hinunter nach Afrika. Andere, wie Pfeifenten und Nonnengänse, können einige frostige Tage im Wattenmeer durchhalten, bevor sie sich in wärmere Gefilde zurückziehen.

Doch Schleswig-Holsteins Nationalpark ist auch im Winter nie ganz ohne Vogelleben: Arktische Arten wie die Schneeammer kommen aus dem hohen Norden herunter. Für die ist das raue Norddeutschland «der Süden».

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