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Wegen Missbrauchs angeklagt: Verurteilter Vergewaltiger

12.08.2019 - Schamlos nutzt ein Nachhilfelehrer private Stunden aus und vergreift sich monatelang an zwei Schülerinnen. Im Prozess kommt die düstere Vergangenheit des Angeklagten zur Sprache.

  • Schilder am Eingang vom Landgericht Braunschweig. Foto: Christophe Gateau/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schilder am Eingang vom Landgericht Braunschweig. Foto: Christophe Gateau/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Braunschweig (dpa/lni) - Ein wegen sexuellen Missbrauchs zweier Mädchen angeklagter Nachhilfelehrer aus Braunschweig ist ein verurteilter Vergewaltiger. Ein Urteil aus dem Jahr 1986 wegen schweren Raubes, Vergewaltigung und versuchten Mordes wurde am Montag im Prozess gegen den 60-Jährigen am Landgericht Braunschweig vorgetragen. Für die damalige Attacke auf eine Prostituierte wurde der Mann zu 13 Jahren Haft verurteilt. Er hatte versucht, die Frau zu ersticken, zu erstechen und zu erschießen. Das Opfer überlebte den Angriff nur knapp. Nach einer Revision blieben 11 Jahre Haft.

Im aktuellen Verfahren wird dem Mann sexueller Missbrauch von zwei Mädchen im Alter von 12 und später 13 Jahren in insgesamt 27 Fällen vorgeworfen. Beide Opfer kannte der Angeklagte schon lange, betreute eines der Mädchen auch über den privaten Unterricht hinaus. Zum Prozessauftakt hatte der 60-Jährige die Übergriffe auf beide Schülerinnen eingeräumt.

Die Eltern des einen Opfers berichteten am Montag im Gericht, dass der Mann das freundschaftliche Verhältnis ausgenutzt habe. «Er war ein Freund der Familie», sagte die Mutter. Das Mädchen habe er seit der Einschulung gekannt, habe es regelmäßig von der Schule abgeholt und nach Hause gebracht. Er hatte einen Schlüssel zur Wohnung. Ihre Tochter habe sich ihnen nicht anvertraut, um die Freundschaft der Eltern zu dem Angeklagten nicht zu gefährden.

Der Fall kam ans Licht, als sich das Mädchen einem Freund anvertraute. Dieser sorgte dafür, dass ein Beratungslehrer von dem Missbrauch erfuhr. Über die Schule wurde die Polizei eingeschaltet. «Heute geht es meiner Tochter nicht gut, sie ist ängstlich und in psychologischer Betreuung», berichtete die Mutter. «Dass ein sehr guter Freund an meine Tochter gegangen ist, ist für mich ganz schlimm», erzählte der Vater.

Die Übergriffe auf das andere Mädchen endeten erst, als die Mutter zufällig ins Zimmer kam, um Kaffee zu bringen. Sie erwischte den Angeklagten mit der Hand unter dem T-Shirt ihrer Tochter. Mit kleinen Geldbeträgen, Süßigkeiten und auch Kleidung soll es der 60-Jährige geschafft haben, dass die Mädchen lange schwiegen. Auch ein gewisser Druck, wegen schwacher Noten weiterhin Unterricht zu nehmen, wurde in der Verhandlung thematisiert. Der Nachhilfelehrer hatte demnach stets darauf bestanden, dass der Unterricht hinter verschlossener Tür stattfindet.

In der Verhandlung am Montag wurde noch ein weiteres früheres Urteil gegen den Angeklagten vorgetragen. Im Jahr 2010 wurde er wegen sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen verurteilt, mit der er in einer Bildungseinrichtung arbeitete. 15 Monate Haft auf Bewährung lautete damals das Urteil. Ein Vertreter der Nebenklage hatte schon zum Auftakt des aktuellen Verfahrens erklärt, dass sein Ziel eine lange Haftstrafe und die Anordnung einer Sicherungsverwahrung sei. Die Verhandlung soll am 20. August fortgesetzt werden.

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