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Weihnachtsmärkte und Volksfeste in Corona-Zeiten

08.09.2020 - Gebrannte Mandeln verputzen, gemeinsam Glühwein schlürfen und Schmuck für den Baum kaufen - doch auch die Weihnachtsmärkte sind in Corona-Zeiten gefährdet. Lüneburg hofft auf ein Zeichen des Landes, auch andere Städte machen sich Gedanken. Sicher ist nur: Wie früher wird es nicht.

  • Besucher gehen über den Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus der Stadt. Foto: Philipp Schulze/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Besucher gehen über den Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus der Stadt. Foto: Philipp Schulze/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz der Corona-Pandemie dürfte es auch in diesem Jahr Weihnachtsmärkte geben, wenn auch in anderer Form als gewohnt. Nicht nur in Lüneburg machen sich die Verantwortlichen Gedanken. «Ich gehe davon aus, dass wir das machen können», meinte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD), der als Präsident des Städtetags Niedersachsen einen Weihnachtsgipfel für das Land fordert. «Der Weihnachtsmarkt ist eine Attraktion, aber wir wollen auch keine Hotspots», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Mindestens bis Ende Oktober sind Veranstaltungen in Niedersachsen mit mehr als 1000 Personen verboten. Nach Angaben der Stadt Lüneburg gibt es Signale von der Landesspitze, dass unter bestimmten Voraussetzungen weihnachtliche Märkte erlaubt werden können. Sie sollten nicht länger als vier Wochen dauern. Mit Zugangskontrollen müsste im Corona-Fall zurückzuverfolgen sein, wer dort war.

HANNOVER will die Stände des Weihnachtsmarktes möglicherweise über die Innenstadt verteilen, um den Besucherstrom zu entzerren. «Das ist eine Option, die Sache ist aber noch in Planung», sagte Stadtsprecher Udo Möller. Für Termine sei es noch zu früh. Ähnlich sieht es in BRAUNSCHWEIG aus. Auch in GÖTTINGEN wird über alternative Konzepte nachgedacht.

OLDENBURG: «Wir arbeiten an einem alternativen Konzept», sagte Stadtsprecher Stephan Onnen. «Wir sind optimistisch, den Lambertimarkt in entzerrter Form veranstalten zu können.» Die Zulassung hänge letztlich von den Infektionszahlen und einem schlüssigen Hygienekonzept ab. «Ein Weihnachtsgipfel auf Landesebene wäre zu begrüßen», meinte auch Onnen. Der ursprünglich für den Oktober geplante Kramermarkt finde in stark abgespeckter Form statt. Vom 17. September bis zum 11. Oktober werde es die Veranstaltung «LaOla - der Oldenburger Freizeitspaß» in der Regie des Oldenburger Schaustellerverbandes als kleinen Ersatz geben.

OSNABRÜCK: «Wir bereiten den Weihnachtsmarkt in angepasster Form vor, wissen aber noch nicht, welche Regelungen kommen werden», sagte Stadtsprecher Sven Jürgensen. «Es ist nicht damit zu rechnen, dass sich das Land vor Ende September dazu äußert», meinte er. Mit dem Schaustellerverband habe es bereits vor einigen Wochen Gespräche gegeben. Die Bewerber hätten eine Zusage für den Weihnachtsmarkt erhalten, so er denn stattfinden kann. Über den Städtetag habe man sich dafür eingesetzt, dass die Vorgaben gegebenenfalls nicht zu restriktiv ausfallen. Vor allem sollte es keine Einzäunung bzw. Zutrittssteuerung geben, weil die in Osnabrück nicht umgesetzt werden könne. Die SPD-Fraktion im Stadtrat bat am Freitag die Verwaltung in der nächsten Ratssitzung um das Erstellen eines Konzeptes, das den Weihnachtsmarkt unter den dann aktuellen Abstands- und Hygieneregeln ermöglichen soll. Das sei auch ein positives Signal an die heimische Wirtschaft.

LÜNEBURG will den traditionellen Weihnachtsmarkt vor dem historischen Rathaus veranstalten, wartet aber auf ein Zeichen vom Land. Es müsse für die Corona-Prävention einen A-, B- und C-Veranstaltungsplan für die Stadt geben, sagte Mädge. An einem runden Tisch versammelte er bereits Schausteller, private Marktbetreiber und Stadtmarketing. «Ohne Weihnachtsmarkt geht die Welt nicht unter, aber ein Stück Tradition verloren», so Mädge. 42 Stände gehören normalerweise dazu, in diesem Jahr soll es höchstens die Hälfte sein, verteilt über die Stadt. Standgebühren für öffentliche Flächen soll es bis Jahresende nicht geben. Der traditionell nur an einem Wochenende stattfindende Weihnachtsmarkt in der westlichen Altstadt wurde bereits abgesagt. Die Enge dort lasse wegen der Ansteckungsgefahr das Aufstellen der Buden nicht zu. Auch die Sülfmeistertage fallen aus.

Etwas bessere Nachrichten kamen am Dienstag aus Bremen: Der 985. Freimarkt soll stattfinden, wenn auch verkleinert und unter vielen Auflagen - das beschloss der Senat. Kein Alkohol, keine Festzelte, weniger Karussells und nicht mehr als 6000 Besucher gleichzeitig, heißt es etwa. Das Konzept sieht vor, die Bürgerweise als Veranstaltungsort komplett einzuzäunen. Die Betreiber von Fahrgeschäften und Buden müssen entscheiden, ob sie unter diesen Umständen überhaupt kommen. Ihnen schmeckt das vorgesehene Alkoholverbot nicht. Der Senat ist bereit, den Freimarkt auf vier Wochen zu verlängern. Ursprünglich war er vom 16. Oktober bis zum 1. November geplant.

«Weihnachtsmärkte sind auch im Corona-Jahr möglich - die Schausteller und Veranstalter haben dafür gute und durchdachte Hygienekonzepte entwickelt», sagte Frank Hakelberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbundes. «Die Einzelhändler in den Innenstädten und die Schausteller sind zum Ende eines desaströsen Jahres auf die Weihnachtsmärkte angewiesen - und die Menschen, unsere Gäste, wollen sie auch.»

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