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Zu wenig Lokführer: Das Problem beschäftigt auch die Politik

29.08.2019 - Eisenbahnunternehmen beklagen seit Jahren, dass Lokführer fehlen. Gegen Abwerbungen wurde unlängst bereits ein Abkommen unterzeichnet. Nun kommt ein neuer Vorstoß aus dem Ministerium in Hannover.

  • Ein Lokführer im Führerstand eines Diesel-Triebwagens der Deutschen Bahn. Foto: Daniel Karmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Lokführer im Führerstand eines Diesel-Triebwagens der Deutschen Bahn. Foto: Daniel Karmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover/Osnabrück (dpa/lni) - Das Wirtschaftsministerium in Hannover will dem Mangel an Lokführern entgegenwirken. Derzeit werde geprüft, wie die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) besser bei der Ausbildung und Qualifizierung unterstützt werden könnten, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Das gelte auch für die Suche nach möglichen Quereinsteigern aus dem In- und Ausland. Für Projekte zur Integration von Langzeitarbeitslosen und Migranten in den Arbeitsmarkt stünden entsprechende Mittel bereit.

Die Zahl der Zugausfälle und Verspätungen in den ersten fünf Monaten des Jahres nannte der Sprecher «besorgniserregend». In 42 Prozent der Fälle seien fehlende Lokführer die Ursache gewesen. «Das ist ein Zustand, den wir so nicht weiter akzeptieren können», sagte Minister Bernd Althusmann (CDU). Ausbildung und Qualifizierung sei aber Hauptaufgabe der Eisenbahnunternehmen betonte er. «Wir werden prüfen, ob wir auch mit Mitteln der Arbeits- und Beschäftigungsförderung stärkere Anreize setzen können, aber wir werden nicht vor strengen Sanktionen zurückschrecken, wenn die Bahnunternehmen die vereinbarten Leistungen nicht zuverlässig erbringen.»

Bei einem ersten gemeinsamen Treffen mit Althusmann im Juli hatten sich nach den Angaben des Sprechers elf Unternehmen verpflichtet, die Ausbildungskosten zu erstatten, sollte ein Lokführer in den ersten fünf Jahren nach seiner Ausbildung zu einem Wettbewerber wechseln. Die Fern- und Güterverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn AG seien aber bislang nicht daran beteiligt, hieß es. Althusmann wolle sich auch an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wenden und um Unterstützung bitten, damit sich die Töchter der Deutschen Bahn an dem Pakt beteiligen. Wie die Deutsche Bahn betonte, sei allerdings die DB Regio bei dem Pakt dabei, vor allem stelle sich die Problematik auch im Regionalverkehr.

Wegen fehlenden Lokführern müssten die Fahrgäste der Nordwestbahn in den kommenden Monaten teilweise längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen, hatte das Unternehmen zuvor mitgeteilt. Vom 7. September an würden am Wochenende mehrere Zugverbindungen durch Busse ersetzt, hatte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch angekündigt. Auch sollten die Kunden dann bis April zwischen Delmenhorst und Bremen andere Linien der Regio-S-Bahnen nutzen und dabei umsteigen.

Rund fünf Prozent der Lokführerstellen seien derzeit nicht besetzt, die entsprechenden Ausbildungskurse dauerten zehn Monate. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, zusätzliche Triebfahrzeugführer zu rekrutieren und auszubilden», sagte Geschäftsführer Rolf Erfurt. Auch Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) habe Unterstützung bei der Ausbildung zugesagt, hatte die Nordwestbahn Mitte August mitgeteilt.

Nach einem Protest von Bürgermeistern und Landräten über gehäufte Zugausfälle auf der Bahnstrecke von Sande nach Esens hatte die Nordwestbahn schon im vergangenen September Besserung gelobt. Das Ziel sei es, trotz des Lokführermangels Stabilität im Weser-Ems-Netz zu gewährleisten, hieß es schon damals. Auch andere Anbieter haben in den vergangenen Jahren einen Mangel an Lokführern beklagt.

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