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«Hochzeits-Blockade» auf der A3: Neue Ermittlungen

15.09.2019 - «Mutter aller Hochzeitskorsos» nennen Polizisten die Blockade auf der A3 bei Ratingen im März. Bei ihren Ermittlungen machten sie einen Beifang: Es geht nun auch um Verstöße gegen das Waffengesetz. Unterdessen arteten auch am Wochenende wieder mehrere Feiern aus.

  • Das Foto der Polizei zeigt einen Hochzeitskorso auf der Autobahn A3. Foto: Polizei Düsseldorf © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Foto der Polizei zeigt einen Hochzeitskorso auf der Autobahn A3. Foto: Polizei Düsseldorf © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach der aufsehenerregenden «Hochzeits-Blockade» auf der Autobahn 3 bei Ratingen ist die Polizei bei ihren Ermittlungen auf weitere mutmaßliche Straftaten gestoßen. Es gebe nun unter anderem Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Waffengesetz, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Unterdessen mussten die Beamten in NRW auch an diesem Wochenende mehrmals zu Hochzeitsfeierlichkeiten ausrücken. Auf der A1 bei Münster bremsten Autos den Verkehr aus, in Steinheim, Bochum und Herne fielen Schüsse.

Im Mai hatte die Polizei bei ihren Ermittlungen zu dem Vorfall auf der A3 mit einem Spezialeinsatzkommando Wohnungen durchsucht und unter anderem Handys und Computer beschlagnahmt. Bei der Auswertung habe man auch Bilder von den Geschehnissen auf der Autobahn gefunden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Was die Blockade mit Luxusautos angehe, bei der die Hochzeitsgesellschaft den Beamten zufolge mitten auf der A3 Fotos machte, seien die eigentlichen Ermittlungen vorerst abgeschlossen. Nun haben die Verteidiger der acht Verdächtigen Möglichkeit zur Akteneinsicht.

Allerdings stieß die Polizei bei ihrer Arbeit auf weitere Verdachtsmomente. Neben Verstößen gegen das Waffengesetz werde nun auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt, sagte ein Sprecher.

Die A3-Blockade Ende März hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Düsseldorfer Polizei gründete eigens eine Ermittlungskommission («EK Donut»). In den Monaten danach häuften sich Berichte über eskalierende Hochzeitskorsos - so auch am Samstag auf der A1.

Ein Autofahrer gab an, bei Münster plötzlich von mehreren Wagen überholt worden zu sein, die dann teilweise abrupt langsamer gefahren seien und den Verkehr ausgebremst hätten. Demnach wechselten die Autos auf allen Fahrstreifen hin und her und überholten dabei auch einige Wagen rechts, wie die Polizei mitteilte.

Ein während des Vorfalls abgelesenes Kennzeichen führte die Ermittler auf die Spur eines 39-Jährigen aus Greven im Kreis Steinfurt. Er habe zugegeben, an dem Hochzeitskorso beteiligt gewesen zu sein. Die Polizisten nahmen dem Mann den Führerschein ab. Ihn erwartet eine Strafanzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs durch grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Fahren. Die Ermittlungen, auch gegen weitere Beteiligte, dauerten an.

In Steinheim im Kreis Höxter, Bochum und Herne stellten Beamte nach Schüssen bei Hochzeitsfeierlichkeiten am Samstag Schreckschusswaffen und Munition sicher. Bei dem Vorfall in Steinheim sprach die Polizei von «massiven Schussabgaben». Den Beamten liege eine Aufnahme vor, die die Szenerie zeige, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Auf dem Video, dass die «Bild»-Zeitung online veröffentlicht hat, feuern mehrere Männer auf einer Straße in die Luft.

Bei der türkischen Feier habe es sich offenbar um die Abholung des Bräutigams gehandelt, erklärte die Polizei. Vor Ort seien zwei Personen ermittelt worden, die zuvor dort Schüsse abgegeben haben sollen. In einem Auto fanden die Ermittler vier Schreckschusspistolen und Munition. Gegen die Personen seien Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten erstattet worden.

In Bochum kontrollierte die Polizei nach Schüssen drei Autos, die augenscheinlich zu einer türkischen Hochzeitsgesellschaft gehört hätten. Im Wagen eines 22-Jährigen fanden die Beamten zwei leere Patronen und eine Schreckschusspistole.

Auch in Herne stoppte die Polizei im Rahmen einer Fahndung vier Autos. Bei der Durchsuchung entdeckten die Beamten im Wagen eines 21-Jährigen verschossene Munition.

In beiden Fällen hätten Zeugen die Schüsse gehört und den Notruf gewählt. Die Polizei appellierte: «Die täuschend echt wirkenden Waffen und deren Schussgeräusche machen den Menschen zudem Angst.»

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