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Alles «sehr gut»? Laumann stellt neue Pflege-Noten vor

26.04.2019 - Alles super in deutschen Pflegeheimen, könnte man meinen, wenn man die Ergebnisse der bisherigen Qualitätsprüfungen betrachtet. Jetzt kommt ein neues Bewertungssystem: Künftig kommt es nicht mehr auf den korrekten Umgang mit Papierkram an, sondern auf das Wohlgefühl.

  • Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor. Foto: Christoph Schmidt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor. Foto: Christoph Schmidt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erläutert heute in Düsseldorf die neuen Qualitätsprüfungen für die stationäre Pflege. Ab November gelten bundesweit neue Standards. Künftig soll nicht länger die akribische Dokumentation der Arbeit im Mittelpunkt stehen, sondern das Patientenwohl. Das neue System soll Angehörigen die Auswahl der bestmöglichen Pflegeeinrichtung erleichtern.

Bei der ersten von fünf Regionalveranstaltungen in NRW stellt Laumann die neuen Qualitätskriterien in der Ärztekammer Nordrhein vor. Mit dabei ist Prof. Klaus Wingenfeld vom Institut der Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld. Der Medizin-Soziologe hat das reformierte Bewertungssystem maßgeblich mitentwickelt.

Nach der alten Methode, die sich schwerpunktmäßig auf die Dokumentation stützte, schnitten bundesweit alle Einrichtungen im Schnitt mit «sehr gut» ab. Angehörigen halfen die von Praktikern als wenig aussagekräftig eingeschätzten Pflege-Noten bei der Suche nach einer passenden Einrichtung nicht weiter. Der Bundesgesetzgeber hatte die Pflegeeinrichtungen, -kassen und Kommunen bereits 2015 beauftragt, ein neues Prüfverfahren zu entwickeln. Allerdings gab es immer wieder Verzögerungen.

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