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Apotheker: Arzneiversorgung nach AvP-Insolvenz gefährdet

30.09.2020 - Die Apothekerkammer Nordrhein sieht die Medikamentenversorgung durch die Insolvenz des Rezeptabrechners AvP gefährdet. Die Lage nehme für Apotheken-Inhaber existenzbedrohliche Züge an, teilte die Kammer am Mittwoch mit. Sie fordert zinslose Überbrückungskredite der Förderbank KfW für die betroffenen Apotheker. «Nur so können wir Versorgungslücken vermeiden und betroffene Apotheken nachhaltig unterstützen», sagte Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein.

  • Die Apothekerkammer Nordrhein sieht die Medikamentenversorgung durch die Insolvenz des Rezeptabrechners AvP gefährdet. Foto: Martin Gerten/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Apothekerkammer Nordrhein sieht die Medikamentenversorgung durch die Insolvenz des Rezeptabrechners AvP gefährdet. Foto: Martin Gerten/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Jede fünfte Apotheke sehe sich in ihrer Existenz bedroht. Durch die Insolvenz seien schätzungsweise zwischen 250 und 300 Millionen Euro auf AvP-Konten eingefroren, bis sehr komplexe rechtliche Fragen geklärt seien. Die betroffenen Apotheken seien schlicht nicht in der Lage, die Beträge, die nun eingefroren sind, vorzufinanzieren.

Die Apotheker hafteten nun für Versäumnisse, die andernorts entstanden seien. «Die Verzweiflung bei den Kolleginnen und Kollegen ist riesengroß. Sie sind absolut unverschuldet in diese Lage geraten und nun gezwungen, Kredite aufzunehmen, die viele eigentlich gar nicht wollen», so Vizepräsidentin Kathrin Luboldt.

Die Finanzaufsicht Bafin hatte einen Sonderbeauftragten zur Führung der Geschäfte der AvP entsandt, als die Apotheker bereits seit Tagen auf ihr Geld warteten: Er hatte Insolvenz angemeldet. Zudem hatte die Bafin Strafanzeige erstattet. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft nahm daraufhin Ermittlungen gegen zwei Beschuldigte wegen des Verdachts des Bankrotts auf.

Durch die Insolvenz von AvP könnten Apotheken reihenweise in die Zahlungsunfähigkeit schlittern. Bis zu 3500 Apotheker, etwa jeder sechste in Deutschland, war AvP-Kunde. Einer Schätzung zufolge schuldet der Abrechner ihnen im Schnitt 120 000 Euro. In Einzelfällen sollen Apotheker sogar auf mehr als eine Million Euro Umsatz warten.

In Rechenzentren hatte AvP das Zahlungsgeschäft der Apotheken mit den Krankenkassen abgewickelt. Das Unternehmen reichte die Rezepte gebündelt bei den Kassen ein und leitete die Beträge der Krankenkassen an die Apotheken weiter. Eigentlich sollten die Gelder der Apotheken dabei auf Treuhandkonten vor unbefugtem Zugriff geschützt sein. Die AvP stand zudem unter Aufsicht der Bafin.

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