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Beschäftigte erneut im Warnstreik: Kitas sollen schließen

16.02.2019 - Geschlossene Kitas und gestrichene Ganztagsbetreuung an Schulen - erneut wollen Awo-Beschäftigte in den Warnstreik treten. Dabei hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber in der letzten Tarifrunde etwas angenähert.

  • Eine Awo Kindertagesstätte ist geschlossen. Foto: Caroline Seidel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Awo Kindertagesstätte ist geschlossen. Foto: Caroline Seidel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Düsseldorf (dpa/lnw) - Awo-Kitas bleiben geschlossen, die Ganztagsbetreuung in der Schule fällt aus, in Seniorenheimen und Beratungsstellen ist Geduld gefragt: Beschäftigte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in NRW wollen am kommenden Montag erneut landesweit und ganztägig in den Warnstreik treten. Voraussichtlich 3000 Mitarbeiter aus allen Bereichen würden die Arbeit niederlegen, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi. In Essen seien ein Demonstrationszug am Vormittag und anschließend eine zentrale Kundgebung geplant. Die Awo bezeichnete die geplanten Maßnahmen als überzogen.

Am Montag werde es teilweise nur Notgruppen in Kindergärten oder Kita-Schließungen geben. Die Ganztagsbetreuung falle knapper aus, auch in Seniorenzentren, im Verwaltungsbereich oder bei Beratungsangeboten gebe es Einschränkungen. «Man muss landesweit mit geschlossenen Türen von Awo-Einrichtungen rechnen», sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer der Deutschen Presse-Agentur. Schwerpunkte seien etwa Kitas in Düsseldorf, aber auch Awo-Einrichtungen in Essen, Siegen und Olpe sowie in Ostwestfalen. In Dortmund wollten sich viele Beschäftigte der Altenpflege und der Behindertenhilfe beteiligen. Am Niederrhein werde in zahlreichen Einrichtungen der Altenhilfe gestreikt.

Am Dienstag sollen Verdi zufolge in einigen Regionen noch einzelne Awo-Einrichtungen - etwa Kitas und Beratungsstellen - von Streikmaßnahmen betroffen sein. Anfang März steht die vierte Tarifrunde an.

Laut Awo gab es in der dritten Tarifrunde am 12. Februar eine Annäherung. Eine Einigung bei den Verhandlungen am 6. und 7. März sei nicht ausgeschlossen, hieß es von der Arbeitgeberseite. Eine Tarifauseinandersetzung «auf dem Rücken von Kindern, Eltern und Pflegebedürftigen» sei überzogen. Verdi hingegen betont, beide Seiten lägen nach wie vor weit auseinander.

Bereits Ende Januar hatten sich nach Verdi-Angaben knapp 2500 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Die Awo beschäftigt nach eigenen Angaben in NRW 65 000 Menschen in rund 3000 Einrichtungen, darunter 729 Kitas, 132 Seniorenzentren und 490 Offene Ganztagsbetreuungen.

Verdi will eine Angleichung der Löhne an das Lohnniveau im öffentlichen Dienst erreichen und fordert zehn Prozent mehr Lohn - bei einer Laufzeit von 13 Monaten. Die Arbeitgeber hatten in der ersten Runde insgesamt sieben Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten.

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