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Borkenkäfer-Schäden in NRW: Pilze sprießen nicht überall

25.10.2019 - Jetzt endlich sprießen die Pilze in NRW. Die Sammler haben «ihre Stellen». Aber in diesem Jahr wird so mancher enttäuscht. Die Ursache liegt in den großen Schäden durch Dürre und Borkenkäfer.

  • Gefällte Stämme von Borkenkäfern befallener Fichten liegen an einem Hang. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gefällte Stämme von Borkenkäfern befallener Fichten liegen an einem Hang. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Münster (dpa/lnw) - Trotz der aktuell guten Pilzsaison in NRW: Die dramatische Lage in den Wäldern durch Trockenheit und Borkenkäfer wirkt sich nach Angaben des Landesbetriebs Wald und Holz NRW auf die Pilze aus. Da wegen der Borkenkäfer-Plage massenweise befallene Fichten gefällt werden, gebe es an vielen bei Sammlern bekannten Stellen keine Pilze mehr. «In den Ecken, wo früher mal Pilze gestanden haben, stehen jetzt keine mehr, weil der Wald nicht mehr da ist», sagte Jan Preller vom Landesbetrieb.

Viele bekannte Speisepilze wie Steinpilz oder Pfifferling brauchten die Fichte als Partner. «Die meisten Leute steuern die Fichtenbestände an, weil sie die klassischen Speisepilze suchen», sagte Preller: Die Bäume lieferten den Pilzen Zucker und die Pilze den Bäumen mit ihren unterirdischen Geflechten Nährsalze und Wasser.

Da der Höhepunkt der Borkenkäfer-Plage längst nicht erreicht sei, würden in den nächsten zwei bis drei Jahren weitere Fichten-Wälder und damit auch Pilzgebiete für den Sammler verschwinden, sagte Preller. Die Frage für die Fachleute sei, wie das unterirdische Geflecht - der eigentliche Pilz - damit umgeht, wenn Bäume als Zuckerlieferanten nicht mehr da sind. «Es ist sicher ein erheblicher Einschnitt, mit dem die Natur aber klarkommt», meinte er. Die Hoffnung sei, dass sich schnell neue Mischbaumarten ansiedelten, an die sich die Pilze anpassten.

«Wahrscheinlich sind die Pilze robuster, als die Bäume», meinte der waldpolitische Sprecher des Nabu NRW, Heinz Kowalski. Schäden befürchtet er vielmehr durch den Einsatz schwerer Maschinen, die bei der Rodung den Boden zusammendrückten. Einfluss werde auch die dadurch veränderte Lichtsituation haben.

Das Dürrejahr 2018 hätten die Pilze überstanden, sagte Preller. Nach dem einsetzenden Regen vor rund drei Wochen habe die Saison 2019 mit Verspätung begonnen: «Wir erleben in diesem Jahr, dass trotz der Dürre Fruchtkörper geschoben werden und der Pilz nicht auf die Vermehrung verzichtet.» Darum sollten Pilzsammler auch nicht alle Pilze abschneiden, die sie finden, sondern vor allem auch ältere Früchte mit den Sporen stehenlassen, appellierte der Fachmann. Sammler sollten im Hinterkopf haben, dass Pilze eine ganz zentrale Funktion im Wald hätten.

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