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WDR-Chefredakteurin verurteilt «Feinde der Demokratie»

24.07.2019 - Köln (dpa) - Nach der Morddrohung gegen einen WDR-Journalisten hat die Chefredakteurin des Senders, Ellen Ehni, zu mehr Gesprächsbereitschaft aufgerufen. «Wir erleben im Moment eine Polarisierung der Gesellschaft, die es immer schwieriger macht, dass die Menschen sachlich miteinander diskutieren. Wir erleben Hass und im schlimmsten Fall sogar körperliche Angriffe», sagte Ehni, die beim Westdeutschen Rundfunk den Programmbereich Politik und Zeitgeschehen verantwortet, der Deutschen Presse-Agentur. Man müsse stattdessen innehalten und sich Argumente von beiden Seiten anhören: «Die Welt ist nicht schwarz-weiß. Die Welt hat sehr viele Grautöne.»

  • Ellen Ehni, Chefredakteurin Fernsehen des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Foto: Linda Meiers/WDR/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ellen Ehni, Chefredakteurin Fernsehen des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Foto: Linda Meiers/WDR/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach einem AfD-kritischen Kommentar in den «Tagesthemen» hatte der WDR-Journalist und Leiter der «Monitor»-Redaktion, Georg Restle, eine Morddrohung per Brief erhalten. Der Verfasser erwähnte darin auch den mutmaßlich rechtsextremistischen motivierten Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Der WDR hatte nach der Morddrohung Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

«Wir haben Meinungs- und Pressefreiheit in diesem Land. Das ist ein hohes Gut», so Ehni. «Jeder, der versucht, Kolleginnen oder Kollegen einzuschüchtern oder ihre journalistische Arbeit zu behindern, greift dieses Gut an und ist damit ein Feind der Demokratie.» Mit der Anzeige wolle der WDR den eigenen Mitarbeitern den Rücken stärken und sie ermutigen, kritisch und meinungsstark zu bleiben.

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