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Eifel-Tornado: Es hätte viel schlimmer kommen können

14.03.2019 - Die Naturgewalt hat sich in Roetgen so ausgetobt, dass am Ende Häuser sogar unbewohnbar sind. Aber den Menschen ist klar, es hätte viel schlimmer kommen können.

  • Mitglieder der Feuerwehr stehen vor einem Haus, dessen Dach schwer beaschädigt wurde. Foto: Ralf Roeger/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mitglieder der Feuerwehr stehen vor einem Haus, dessen Dach schwer beaschädigt wurde. Foto: Ralf Roeger/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Roetgen (dpa/lnw) - Abgerissene Dächer, demolierte Fassaden, geborstene Fenster, unbewohnbare Häuser und Verletzte - nach dem Tornado in der Eifelgemeinde Roetgen ist am Donnerstag das verheerende Ausmaß der Zerstörung deutlich geworden. Zwei Hallen und 35 Wohnhäuser wurden nach Angaben der Gemeinde von dem Tornado am frühen Mittwochabend beschädigt.

Zehn Häuser sind zunächst nicht mehr bewohnbar. Auch wenn Menschen verletzt wurden, sprachen viele Betroffene am Donnerstag von Glück, dass nicht Schlimmeres passiert ist. «Fünf Menschen sind leicht verletzt worden, vier von ihnen wurden im Krankenhaus behandelt», sagte Feuerwehrsprecher.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte am Donnerstag den Tornado. «Solche Windhosen sind zwar selten, können aber immer mal wieder aufkommen», sagte eine DWD-Sprecherin. Nach einer ersten vorläufigen Analyse der Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland erreichte der Tornado zumindest zeitweise Windgeschwindigkeiten von mehr als 180 Stundenkilometer und die Stärke F2 auf der Tornadoskala. Damit war es schon ein starker Tornado.

Die Gruppe aus Experten verschiedener Fachrichtungen und Laien will die Tornadoforschung in Deutschland voranbringen und arbeitet mit dem Deutschen Wetterdienst zusammen. Das Wetterphänomen in Roetgen weckt Erinnerungen: Im Mai 2018 fegte ein Tornado durch einen Ortsteil von Viersen und richtete einen Millionenschaden an.

Die Feuerwehr schätzte, dass sich etwa 30 Menschen eine andere Bleibe suchen mussten, weil sie nicht weiter in den zerstörten Häusern bleiben konnten. Für sie wurde zwar in der Turnhalle eine Notaufnahme eingerichtet. Aber die Hilfsbereitschaft in dem Ort war so groß, dass niemand das Angebot in Anspruch nahm. Die Leute kamen bei Verwandten und Freunden unter. Daneben hatte auch ein Hotelier kostenlos seine Zimmer für Betroffene angeboten.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) lobte die Hilfsbereitschaft der Dorfbewohner: «Das läuft sensationell gut», sagte Reul am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Die Situation in dem Eifeldorf nach dem Tornado sei ein «tolles Beispiel, wie sich Bürger und Bürgerinnen untereinander helfen». Am Vormittag wurde in den Straßen aufgeräumt und repariert. Neben 350 Einsatzkräften waren sehr viele Handwerksunternehmen vor Ort - und viele im Ort, die mit anpackten.

Die Gemeinde warnte eindringlich davor, in den Wald zu gehen. Es bestehe Lebensgefahr. Durch den Tornado seien Bäume nicht zwangsläufig umgekippt, sondern lehnten an anderen Bäumen. «Man kann selbst bei Windstille vom Baum erschlagen werden», warnte Dirk Recker vom Ordnungsamt.

Mit der Feuerwehr verfolgte er am Donnerstag den Weg des Tornados durch die ländliche Region: Demnach war er sechs bis acht Kilometer unterwegs, bis er an Kraft verlor. Dabei streifte er nur die Randlage von Roetgen. Den Menschen dort ist bewusst, dass es viel schlimmer hätte kommen können: «Wäre er durch die Ortsmitte gegangen, wäre das sehr übel geworden», sagte Recker.

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