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Entsetzen und Blumen: Vater tötet Familie und sich selbst

14.02.2021 - Die Ehe lag in Trümmern, das sei wohl das Motiv für die Bluttat mit fünf Toten im Bergischen Land gewesen, meinen die Ermittler. Genaueres wollen sie mit Rücksicht auf die Gefühle von Verwandten und Freunden aber nicht sagen.

  • Absperrband der Polizei. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Absperrband der Polizei. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei einer Gewalttat in Radevormwald bei Wuppertal hat ein Familienvater seine vierköpfige Familie getötet und sich dann das Leben genommen. Motiv sei wohl das Scheitern der Ehe gewesen, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln. Der 41-Jährige habe seine 37 Jahre alte Ehefrau, die beiden ein und vier Jahre alten Töchter und die 77-jährige Schwiegermutter mit einem Messer getötet. Anschließend, so die Ermittler, zündete der Bundeswehrsoldat das Haus an und brachte sich selbst ebenfalls mit einem Messer um - «auf die gleiche Weise».

Die Tat ereignete sich am Freitagnachmittag kurz vor 17 Uhr. Schon wenige Minuten später wurde die Feuerwehr alarmiert, weil Nachbarn das Feuer in dem eingeschossigen Wohnhaus mit der strahlend weißen Fassade bemerkt hatten. Die Retter entdeckten das Verbrechen, alarmierten die Polizei und löschten das Feuer. Es sei «nichts mehr zu machen gewesen», sagte später ein Sprecher.

Nach Bekanntwerden der Bluttat standen als Zeichen der Trauer weiße und rote Grabkerzen, Blumensträuße und Plüschtiere vor dem Haus. Geschockte Nachbarn hatten sie aufgestellt. Ein Mann berichtete, die Familie habe eine Schäferhundzucht. Die Großmutter sei erst vor kurzem eingezogen, nachdem die Kinder angebaut hatten. Vor dem Haus waren Steine aufgestapelt, die offenbar noch verlegt werden sollten.

Für die Polizei ist schnell klar, dass der Familienvater die Bluttat allein begangen hat: «Für eine Beteiligung weiterer Personen liegen keine Anhaltspunkte vor», erklärten die Ermittler in einer kurzen Mitteilung. Die Mordkommission arbeite noch, auch die rechtsmedizinischen Untersuchungen gingen weiter, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Sonntag. Doch seien die Ermittlungen weitgehend abgeschlossen.

Die Ermittler sagen nicht, woher sie wissen, dass das Scheitern der Ehe das Motiv für die grausame Bluttat gewesen sein soll. «Polizei und Staatsanwaltschaft möchten keine weiteren Details nennen, auch mit Rücksicht auf die Gefühle der Angehörigen, Freunde und Nachbarn», sagt Polizeisprecher Max Wilmes.

Das Haus der Familie liegt an einer Hauptverkehrsstraße am Rande von Radevormwald im Ortsteil Herbeck. Von außen ist dem Gebäude kaum etwas anzusehen: Etwas Ruß an der Fassade, Fenster waren mit Platten vernagelt.

Nachdem die fünf Toten entdeckt worden waren, hatte die Polizei Freitagnacht die Straße hell ausgeleuchtet. In Overalls gekleidete Spezialisten der Spurensicherung und Brandermittler untersuchten die Spuren des Verbrechens. Die Särge wurden herausgetragen. Polizei und Staatsanwaltschaft erklärten, da Ermittlungen gegen verstorbene Täter nicht vorgesehen seien, und es bislang keine Hinweise auf weitere Beteiligte gebe, werde das Todesermittlungsverfahren wohl eingestellt werden.

In den vergangenen Monaten gab es in Nordrhein-Westfalen zwei vergleichbare Fälle: Im Dezember soll ein Mann in Isselburg im Münsterland seine ältere Tochter sowie seine Ehefrau getötet haben, bevor er sich das Leben nahm. Die jüngere Tochter wollte er ebenfalls umbringen. Sie überlebte, weil sie sich in ihrem Zimmer einschloss. In Rösrath bei Köln tötete ein Mann im Oktober Tochter und Ehefrau und anschließend sich selbst.

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