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Ex-Partnerin erstochen: «Ich habe sie über alles geliebt»

09.04.2019 - Ein 32-jähriger Iraker soll seine Ex-Partnerin erstochen haben. Der Staatsanwalt spricht von Mord aus Eifersucht, der Angeklagte will dagegen von der Frau verhöhnt und provoziert worden sein.

  • Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dortmund (dpa/lnw) - Wenige Wochen nach der Trennung soll ein 32-jähriger Mann aus dem Irak im Oktober 2018 in Dortmund seine Ex-Partnerin ermordet haben. Zu Prozessbeginn vor dem Dortmunder Schwurgericht räumte der Angeklagte am Dienstag die tödlichen Messerstiche auf die Mutter seiner beiden Kinder ein. Von einem Mord aus Eifersucht oder Wut über die Trennung will er aber nichts hören.

«Ich habe sie über alles geliebt», sagte der Angeklagte den Richtern. Niemals sei er aggressiv oder gewalttätig geworden. Stets habe er alles getan, was seine Partnerin von ihm verlangt habe. Natürlich sei er enttäuscht über ihren Trennungsentschluss gewesen. Wenn aber jetzt erzählt werde, er sei schon vorher jähzornig und über alle Maßen eifersüchtig gewesen, dann stimme das einfach nicht.

Die Rechtsmediziner zählten später bei der Obduktion der Leiche 43 Stich- und Schnittverletzungen. Gleich dreimal hatte die Klinge das Herz der Frau durchstoßen, die Lunge wurde noch häufiger getroffen. Das Opfer hatte keine Chance, den Angriff zu überleben. Die Frau verblutete in ihrer Wohnung. Die beiden kleinen Kinder schliefen derweil friedlich in ihren Betten.

Der Tatabend soll sich aus Sicht des Irakers ganz anders zugetragen haben als in der Anklageschrift niedergelegt. Ja, es habe Streit gegeben, sagte der Angeklagte. Doch seine frühere Partnerin habe dabei das Wort geführt. Sie habe ihn beleidigt und verhöhnt, habe ihm abgesprochen, ein ganzer Mann zu sein und schließlich sogar ein Messer geholt. «Sie sagte, ich solle sie doch umbringen», behauptete der 32-Jährige. Er sei jedoch zunächst nicht auf diese Provokationen eingegangen.

Nach Darstellung des Angeklagten änderte sich dies, als die Frau ihm auch noch ins Gesicht gespuckt haben soll. In diesem Moment müsse er ausgerastet sein, sagte er im Prozess. Von da an wisse er gar nichts mehr. «Ich war wie weggetreten.» Dass er nach der Bluttat selbst die Polizei alarmierte, dass er die Eltern des Opfers anrief und dass er sogar ein Foto der Leiche machte und es im Internet veröffentlichte, ist angeblich alles aus seinem Gedächtnis gelöscht.

Ein Cousin des Angeklagten nährte in seiner Zeugenaussage allerdings Zweifel an der Geschichte des Irakers. Der junge Mann hat nämlich in seinem Mobiltelefon noch zahlreiche Kurznachrichten des Angeklagten gespeichert, in denen dieser ihm unterstellt, ein Verhältnis mit seiner Partnerin zu haben. «Er hat mich deshalb bedroht», sagte der Zeuge den Richtern. Der Angeklagte habe sich regelrecht in die Vorstellung hineingesteigert, dass seine Freundin einen anderen Mann haben könne.

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