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Fährenkapitän rettet Kinder vor Ertrinken im Rhein

07.08.2020 - Ein geistesgegenwärtiger Schiffsführer rettet zwei Kinder in höchster Not vor dem Ertrinken im Rhein. Sie sind dem Tod knapp entkommen. Andere baden gegen alle guten Ratschläge weiter in dem gefährlichen Fluss.

  • Blick auf das Hinweisschild eines Polizeireviers. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf das Hinweisschild eines Polizeireviers. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weinend und völlig ausgepumpt saßen der vierjährige Junge und seine zwölfjährige Cousine nach ihrer Rettung auf dem Deck der Rheinfähre «Glück auf». «Sagen konnten sie erst mal nichts, die beiden waren fix und fertig», berichtet Schiffsführer Raimund Behrens (33) am Freitag. Zusammen mit zwei Helfern hat er die Kinder am Donnerstagnachmittag in letzter Minute aus dem Rhein bei Rheinberg nahe Duisburg gezogen. Die beiden waren immer weiter in Richtung Flussmitte abgetrieben worden und hätten sich wohl nicht mehr lange über Wasser halten können, auch wenn der Vierjährige Schwimmflügel trug.

Der Vierjährige hatte am Rheinufer im Wasser gespielt - genau die Situation, vor der Wasserschutzpolizei und DLRG immer warnen. Denn durch vorbeifahrende Güterschiffe, die oft 100 Meter und länger sind und riesige Mengen Wasser verdrängen, kann der Wasserspiegel plötzlich fallen oder steigen. Wellenschlag und heftige Sogwirkungen können Kinder und auch Erwachsene von den Beinen ziehen. Und einmal im Fluss kommen auch gute Schwimmer gegen die Strömungsgeschwindigkeit nicht an.

Er habe gesehen, wie der Junge plötzlich weggetrieben wurde, berichtet Behrens, der mit seiner Fähre gerade auf der Rheinberger Seite Fahrgäste und Autos aufnahm. Die Cousine sei hinterhergesprungen und habe versucht, den Jungen über Wasser zu halten. Zusammen seien die Kinder an einer ins Wasser ragenden Buhne vorbei Richtung Flussmitte getrieben.

Behrens reagierte sofort. Er legte mit der Fähre ab, den Kindern hinterher und sprach seinen Schiffskassierer Joel Stöckmann und einen Passagier an. «Stellt Euch auf die Klappe, ich lass die Klappe runter, ihr zieht die Kinder rein.» Das Manöver ist nicht einfach - schließlich ist auch die Fähre ein großes Schiff mit über 35 Metern Länge. «Da gehört schon ein bisschen Fingerspitzengefühl dazu», sagt Behrens. Er stoppt die «Glückauf» genau im richtigen Moment und senkt die Zufahrtsrampe der Fähre vorsichtig neben den Kindern ab, die Helfer packen zu, die Kinder sind in Sicherheit.

Als er sie zurück zum Anleger bringt, stehen dort die Mütter und viele andere Kinder völlig aufgelöst. Krankenwagen, Polizei - Tränen, Umarmungen und große Aufregung. Die beiden geretteten Kinder in ihren Badeanzügen weinen, sind verschreckt aber völlig unverletzt, berichtet Behrens. Sie sind dem Tod sehr knapp entkommen. Andere haben weniger Glück. 2019 ertranken 65 Menschen in Flüssen, Seen und Kanälen in NRW. Vor dem Baden am Rhein warnt die Polizei immer wieder besonders - in diesen heißen Tagen mit mäßigem Erfolg. Einen Tag nach der Fast-Katastrophe baden schon wieder auf beiden Seiten des Flusses zahlreiche Menschen am Ufer - größtenteils Kinder.

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