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Geisterfahrer wegen mehrfachen versuchten Mordes vor Gericht

11.12.2019 - Auf einer Ausfallstraße in Krefeld kommt es zu dramatischen Szenen: Ein Autofahrer steuert in den Gegenverkehr, nur knapp können die anderen Autofahrer Kollisionen vermeiden. Nun droht dem Geisterfahrer auf unbestimmte Zeit die Psychiatrie.

  • Blick auf das Land- und Amtsgericht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf das Land- und Amtsgericht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Krefeld (dpa/lnw) - Weil er absichtlich als Geisterfahrer über eine Straße gerast sein soll, steht ein 26-Jähriger wegen mehrfachen versuchten Mordes in Krefeld vor Gericht. Er soll im vergangenen Juni versucht haben, Kollisionen mit entgegenkommenden Autos zu provozieren, um sich umzubringen, erklärte die Staatsanwältin am Mittwoch beim Prozessauftakt. Damit habe er den Tod unschuldiger Menschen in Kauf genommen. Die Tat sei heimtückisch gewesen und die Tatwaffe Auto ein «gemeingefährliches Mittel», so die Staatsanwältin.

Ein entgegenkommender Autofahrer habe auf einen Grünstreifen, ein anderer auf ein Feld ausweichen können. Zeugen berichteten, dass der Mann danach mit seinem Wagen vor einen Baum gefahren sei, das Auto dabei einen Reifen verlor und fahruntüchtig wurde.

Daraufhin sei der 26-Jährige ausgestiegen und habe im fließenden Verkehr versucht, auf Autos zu springen. In einem Fall sei ihm dies schließlich auch gelungen. Er habe sich dann auf dem Auto festgehalten, während der Fahrer versucht habe, ihn durch Fahrmanöver abzuschütteln. Der Beschuldigte selbst äußerte sich nicht zum Tattag und den Vorwürfen.

Seine Schwester sagte dagegen als Zeugin aus, ihr Bruder sei seit seinem fünften Lebensjahr psychisch auffällig, leide an Wahnvorstellungen und habe Psychiatrie-Aufenthalte hinter sich. Bevor er an jenem Tag losgefahren sei, habe er zu ihrer Mutter gesagt: «Ich fahr' jetzt und bringe mich um.»

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 26-Jährige zur Tatzeit unter Schizophrenie litt und schuldunfähig war. Das Landgericht verhandelt deshalb in dem sogenannten Sicherungsverfahren über die unbefristete Einweisung des 26-Jährigen in eine geschlossene Psychiatrie. Das Gericht hat vier Verhandlungstage eingeplant.

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