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Grauenhafter Unfall mit fünf Toten: 22-Jähriger vor Gericht

24.01.2020 - Ein 20-Jähriger soll frontal in das Auto einer Familie gerast sein. Fünf Menschen starben. Der Fahrer überlebt und steht jetzt in Aachen vor Gericht.

  • Der Angeklagte (r) und sein Anwalt Osama Momen (l) warten in einem Saal im Langericht in Aachen auf ihren Prozess. Foto: Henning Kaiser/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Angeklagte (r) und sein Anwalt Osama Momen (l) warten in einem Saal im Langericht in Aachen auf ihren Prozess. Foto: Henning Kaiser/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Aachen (dpa/lnw) - Szene des Grauens: Nach einem Frontalcrash in der Nacht auf einer Landstraße zwischen Stolberg und Aachen geht ein Auto in Flammen auf. Darin sterben eine 44-jährige Frau und ihre beiden Kinder. In dem Auto des Unfallfahrers sterben zwei junge Begleiter.

Gut ein Jahr nach dem Frontalzusammenstoß hat am Freitag der Prozess gegen den damals 20 Jahre alten Fahrer begonnen. Dem heute 22-Jährigen wird bei dem Prozess vor dem Jugendschöffengericht fahrlässige Tötung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und verbotenes Autorennen vorgeworfen, wie eine Sprecherin des Aachener Amtsgerichts sagte. Nach Jugendstrafrecht drohen dem Mann demnach bis zu fünf Jahre Haft.

Der angeklagte Deutsche hielt sich beim Betreten des Gerichtssaals eine Akte vors Gesicht, trug ein weißes Hemd unter einem dunklen Pullover. Als die Richter eintraten und der Angeklagte sein Gesicht freigab, war die Öffentlichkeit schon nicht mehr dabei. Zum Schutz des zum Tatzeitpunkt Heranwachsenden wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Der Prozess sei mit starken Emotionen verbunden, sagte Verteidiger Osama Momen vor dem Prozess: «Ich hoffe, dass das ganze einigermaßen friedlich abläuft.» Sein Mandant werde sich über den Anwalt zu seiner Person und den Vorwürfen äußern. «Die Tatvorwürfe werden nicht abgestritten, jedenfalls nicht in Gänze», sagte der Verteidiger. Sein Mandant leide unter Gedächtnisverlust und Erinnerungslücken - sei psychisch nicht stabil.

Die Polizei war nach damaligen Angaben davon ausgegangen, dass der Angeklagte in jener Nacht kurz vor Weihnachten 2018 viel zu schnell auf der Landstraße unterwegs war. Bei einem Blitzer soll er einen Schlenker auf die Gegenspur gemacht haben - offenbar, um den Kontakt der Radaranlage zu umfahren.

Dabei stieß er nach früheren Polizeiangaben frontal mit dem entgegenkommenden Auto zusammen, in dem die Mutter und ihre 16 und 17 Jahre alten Kinder starben. Auch eine 21-Jährige und ein 22-Jähriger im Auto des Angeklagten überlebten nicht.

Die Polizei hatte nach damaligen Angaben keinen Beweis für ein illegales Autorennen mit einem weiteren Wagen gefunden. Dem Gesetz nach ist aber auch ein sogenanntes Alleinrennen illegal. Nach Paragraf 315d aus dem Jahr 2017 muss in einem solchen Fall nachgewiesen werden, dass ein Fahrer deutlich zu schnell und rücksichtslos unterwegs war, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen.

An der Unfallstelle wird den fünf Opfern weiterhin gedacht: «Happy Birthday in Heaven» steht auf einem Luftballon-Herz. Kerzen brennen, es gibt eingerahmte Fotos und Kreuze.

Der Unfall treibt viele Menschen in der Region noch immer emotional um. Einige wollten an dem Morgen in den Prozess. Doch auch sie durften nicht rein, da die Richter entschieden hatten, die Öffentlichkeit auszuschließen. Auch wenn der Angeklagte heute 22 Jahre ist, war er bei der Tat Heranwachsender. Der Schutz des Heranwachsenden sei höher zu bewerten als das öffentliche Interesse, teilte Gerichtssprecherin Sabine Schafranek mit.

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