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Große Evakuierung in Münster: Suche nach fünf Fliegerbomben

20.09.2020 - 1000 Einsatzkräfte, 16 000 betroffene Bewohner: In Münster ist eine große Evakuierung angelaufen. Experten wollen untersuchen, ob mitten im Stadtteil Mauritz noch gefährliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen.

  • Container, die bei einer Detanation die Druckwelle abmildern sollen, stehen um die Fundstelle einer vermeintlichen Fliegerbombe. Foto: Bernd Thissen/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Container, die bei einer Detanation die Druckwelle abmildern sollen, stehen um die Fundstelle einer vermeintlichen Fliegerbombe. Foto: Bernd Thissen/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Münster hat am Morgen die Evakuierung des Stadtteils Mauritz begonnen - etwa 16 000 Bewohner müssen seit 8.00 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Am späten Vormittag sollen dann insgesamt fünf mögliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg näher untersucht werden. Die Experten des Kampfmittelräumdienstes sollen die möglichen Funde anschließend gleichzeitig entschärfen. «Es ist eine der größten Evakuierungsmaßnahmen in der bundesdeutschen Geschichte», sagte Oberbürgermeister Markus Lewe am Sonntagmorgen.

Feuerwehr-Teams gingen in den betroffenen Straßen von Tür zu Tür und forderten die Bewohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Mehrere Notunterkünfte waren eingerichtet. Zum Schutz der Bevölkerung hat die Stadt an drei Stellen mit Wasser befüllte Hochseecontainer aufgestellt. Sie sollen Schutz vor Druckwellen bieten, falls die Bomben detonieren.

Rund 1000 Einsatzkräfte seien in dem betroffenen Stadtteil unterwegs, teilte die Stadt am Sonntagmorgen mit. Einige Menschen weigerten sich zunächst, den Anordnungen Folge zu leisten und den Bereich zu verlassen. Im Großen und Ganzen laufe aber alles reibungslos. Die Polizei will mit einem Hubschrauber das Gebiet überwachen, die Stadt setzt eine Drohne zur Kontrolle ein. Wann die Menschen zurück in ihre Häuser dürfen, hänge davon ab, welche Art von Weltkriegs-Blindgängern die Experten finden.

Bei mehr als 100 Luftangriffen während des Zweiten Weltkriegs wurden über Münster nach Angaben der Stadt ungefähr 32 000 Spreng- und mehr als 640 000 Brandbomben abgeworfen. Fachleute schätzen, dass 15 bis 20 Prozent nicht explodiert sind und als Blindgänger noch unentdeckt auch in Wohn- und Industriegebieten liegen.

Zuletzt gab es im Februar zwei Verdachtsfälle im Umfeld des Doms in der Münsteraner Innenstadt. Experten des Kampfmittelräumdienstes hatten aber schnell Entwarnung gegeben. Es blieb beim Verdacht. Hier war die Altstadt im Umkreis von 250 Metern geräumt worden. Viele Behörden hatten ihren Mitarbeitern vorsorglich freigegeben. Betroffen waren neben dem Bischofssitz zahlreiche Uni-Gebäude, die Bezirksregierung, das historische und neue Rathaus, Kaufleute und das LWL-Museum für Kunst und Kultur gewesen.

Am 8. September war bei Bauarbeiten im Norden von Münster ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. Menschen wurden nicht verletzt. Die amerikanische 75-Kilogramm-Bombe war in rund einem Metern Tiefe bei Verdichtungsarbeiten hochgegangen. Die Fliegerbombe war zuvor unentdeckt als Teil der Erdmasse angeliefert worden.

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