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Großes Unverständnis in Gastronomie über drohende Maßnahmen

28.10.2020 - Eine mögliche Schließung der Gastronomie als Reaktion der Politik auf die stark steigenden Corona-Zahlen stößt in der Branche auf Unverständnis und weckt weitere Existenzsorgen. «Wir sind Teil der Lösung, nicht des Problems! Deshalb kein Lockdown - weder light, rechtlich, faktisch», forderte der Verband Dehoga NRW in einem Brief an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kurz vor den am Mittwoch gestarteten Beratungen der Landeschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). In Bereichen wie dem Gastgewerbe, wo Infektionen nicht entstünden, dürfe es keine weiteren Maßnahmen geben, mahnte der Verband Dehoga.

  • Zwei Prospekte mit dem Logo des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes e. V. liegen auf einem Tisch. Foto: Marc Tirl/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zwei Prospekte mit dem Logo des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes e. V. liegen auf einem Tisch. Foto: Marc Tirl/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch Gastronomen wie Isa Fiedler, Sprecherin der Düsseldorfer Altstadtwirte und Inhaberin der Kneipe «Knoten», äußerten sich entsprechend: «Der Mensch ist ein soziales Wesen. Es werden sich nicht alle einschließen», sagte Fiedler der Deutschen Presse-Agentur. Mit den vorhandenen Abstandsregeln für Tische, sowie Hygienevorschriften und guter Belüftung sei es in der Gastronomie sicherer, als bei vielen Besuchen im heimischen Wohnzimmer. «Wir bieten alles, wir bieten es sicher - wie man an den Infektionszahlen sehen kann», betonte Fiedler.

«Das ist die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg», sagte der Chef der Düsseldorfer Hausbrauerei «Füchschen», Peter König, der Deutschen Presse-Agentur. Bereits die geltende Sperrstunde in Düsseldorf habe dramatische Auswirkungen: «Die Stadt ist tot», verdeutlichte er. Das Gästeaufkommen sei stark gesunken, Reservierungen storniert und Weihnachtsfeiern abgesagt. Er erwarte deshalb auch für den Dezember keine große Besserung. «Ich fühle mich wie ein Frühstücksdirektor in der Rente.»

«Die Frustration ist extrem», schilderte Dehoga-Sprecher Thorsten Hellwig die Stimmungslage in der Branche. Alle bisherigen Vorgaben seien mit gravierenden Folgen für das Geschäft umgesetzt worden. Durch die Mindestabstände seien im Schnitt 40 Prozent der Plätze weggefallen. Wenn die Politik weitere Maßnahmen für die Gastronomie ergreife, müsse dieser Schaden vollumfänglich ausgeglichen werden. Laut einer Umfrage des Verbandes unter seinen Mitgliedern im September fühlten sich 70 Prozent in der Existenz bedroht. «Weitere Maßnahmen werden diese Gefühlslage noch einmal extrem verschärfen.»

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