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Herner Giftschlange bei Reptilienexperte: «Wohlauf»

31.08.2019 - Tagelang hielt sie die Ruhrgebietsstadt Herne in Atem - jetzt ist die Giftschlange eingefangen. Doch viele Fragen bleiben offen. Wohin mit dem Reptil, und wer trägt die Kosten für den Sucheinsatz?

  • Eine Absperrung der Stadt Herne vor den betroffenen Mehrfamilienhäusern. Foto: Marcel Kusch © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Absperrung der Stadt Herne vor den betroffenen Mehrfamilienhäusern. Foto: Marcel Kusch © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Herne (dpa) - Die in Herne nach tagelanger Suche eingefangene, hochgiftige Kobra ist bis auf weiteres bei einem Reptilienexperten untergekommen. «Die Schlange ist wohlauf», sagte Stadtsprecherin Nina-Maria Haupt am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. «Sie hat wahrscheinlich den stressigsten Tag ihres Lebens gehabt.»

Die Behörden beraten demnach nun, wo das Tier bleiben kann. Zudem müsse geklärt werden, wer die Kosten für die aufwendige Suchaktion trage. Die Monokelkobra mit einer geschätzten Länge von etwa 1,60 Metern war am Freitag nach tagelanger Suche bei Mäharbeiten aufgeschreckt und dann eingefangen worden.

Eine Bewohnerin hatte das Tier zunächst am vergangenen Sonntag im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses entdeckt. Die 30 Bewohner mussten daraufhin ihre Wohnungen verlassen. Sie durften nach dem Einsatz am Freitag zurück, sagte die Stadtsprecherin.

Ein Biss der in Asien beheimateten Monokelkobra kann lebensgefährlich sein. Aus Sicherheitsgründen lag deshalb ein Gegengift in der Uniklinik Düsseldorf bereit. Auch am Freitag waren ein Notarzt und Rettungskräfte in der Nähe.

Die Ruhrgebietskommune will klären, woher die Schlange kam. Die Behörden gehen davon aus, dass die Kobra aus der Wohnung eines Mieters stammt, der dort mehr als 20 Giftschlangen hielt. Der junge Mann soll damit gehandelt haben. Laut Stadt bestreitet er, dass die Schlange aus seinem Bestand war.

Es geht nun auch um die Frage, wer am Ende die Kosten für den Sucheinsatz übernehmen muss. Bei Feuerwehr, Reptilienexperten und auch Bewohnern seien Kosten entstanden, die nun zusammengetragen würden, erklärte Sprecherin Haupt. «Es wird nicht günstig.» Die Stadt lasse prüfen, wer dafür haftet.

Die Stadt Herne hat insgesamt 22 Schlangen aus der Wohnung des Mieters geholt. Auch diese Tiere seien bei Reptilienexperten untergekommen, sie gehörten dem Mann mittlerweile nicht mehr. «Er hat gegenüber der Stadt auf sein Eigentum verzichtet.» Der Mann habe mehr und andere Schlangen gehabt als offiziell gemeldet. Bei diesen Tieren müsse nun ebenfalls geklärt werden, wo sie dauerhaft bleiben können.

Eine Einschätzung, ob das hohe Gras an dem betroffenen Haus nicht eher hätte gemäht werden können, wollte Haupt nicht abgeben. Die Entscheidung dazu war erst am Freitag gefallen. Ein Nachbar schlug dem Herner Oberbürgermeister Frank Dudda bei einem Ortstermin vor, das Gras hinter dem Gebäude aus Sicherheitsgründen zu entfernen. Davor hatte die Stadt Anwohner gewarnt, durch hohes Gras zu gehen. Man solle möglichst auf befestigten Wegen bleiben, hieß es.

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