IS-Terrorverdächtige: Fast fünf Jahre Haft gefordert

14.04.2021 Die Bundesanwaltschaft hat für eine mutmaßliche IS-Terroristin und Syrien-Rückkehrerin aus Leverkusen vier Jahre und acht Monate Haft gefordert. Die Vorwürfe der Anklage hätten sich bestätigt, sagten die Vertreter der Bundesanwaltschaft am Mittwoch in ihrem Plädoyer. Bei ihrer Aussage habe die 35-Jährige nur eingeräumt, was ohnehin schon bewiesen gewesen sei. Statt glaubwürdiger Reue habe sie Selbstmitleid an den Tag gelegt.

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen angebracht. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ihre Tochter, die das Jugendamt in Obhut genommen habe, leide heute noch unter Angstzuständen, sobald sie ein Flugzeug höre. Als Sklavin habe sie eine junge Jesidin für sich arbeiten lassen und dies als religiös gerechtfertigt angesehen.

Die Angeklagte hatte ein Teilgeständnis abgelegt: «Ich bereue, dass ich meine Tochter diesen Gefahren ausgesetzt habe. Ich schäme mich, aus egoistischen Gründen dem IS geglaubt zu haben», hatte sie gesagt. Der 35-Jährigen werden IS-Mitgliedschaft, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegswaffenbesitz und Verletzung der Fürsorgepflicht vorgeworfen.

Sie soll im Februar 2015 mit ihrer damals dreijährigen Tochter nach Syrien ausgereist sein und sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Die inzwischen dreifache Mutter sei mit dem hochrangigen IS-Terroristen Ismail S. aus Husum verheiratet gewesen.

Dem Paar waren laut Anklage mehrere Wohnungen in Häusern zugewiesen worden, deren Bewohner vom IS getötet oder vertrieben worden waren.
Anfang März 2020 war die Leverkusenerin mit ihren Kindern in kurdische Gefangenschaft geraten. Bei ihrer Einreise am Frankfurter Flughafen war sie festgenommen worden. In dem Prozess soll in der kommenden Woche das Urteil gesprochen werden.

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