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Institut: Im Mai Kurzarbeit für fast 1,5 Millionen Menschen

22.06.2020 - Von Kurzarbeit in der Corona-Krise sind nach Erhebungen des Ifo-Instituts fast 1,5 Millionen Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen betroffen. Im Mai waren einer am Montag veröffentlichten Schätzung der Münchner Ökonomen zufolge in NRW 1,466 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Nur in Bayern waren es mit 1,469 Millionen Menschen geringfügig mehr.

  • Eine rote Ampel leuchtet vor einem Schild, das auf die Agentur für Arbeit hinweist. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine rote Ampel leuchtet vor einem Schild, das auf die Agentur für Arbeit hinweist. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kurzarbeiterquote betrug den Ifo-Berechnungen zufolge in NRW 21 Prozent. Höher war der Anteil der Kurzarbeiter bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern mit 26 Prozent und in Baden-Württemberg sowie den in der Schätzung zusammengefassten Ländern Niedersachsen und Bremen mit jeweils 23 Prozent. «Gerade in den Ländern mit bedeutender Automobil- und Zuliefererindustrie wird besonders viel Kurzarbeit gefahren», sagte Ifo-Experte Sebastian Link.

In der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie hat sich die Kurzarbeit im Juni ausgeweitet. Nach einer Umfrage von Metall NRW befinden sich 69 Prozent der Unternehmen in Kurzarbeit. Im Mai seien es noch 65 Prozent der befragten Betriebe gewesen. Mittlerweile seien 74 Prozent der Beschäftigten des Industriezweig betroffen, teilte der Verband an Montag mit. Ihre Arbeitszeit sei um durchschnittlich 38 Prozent abgesenkt worden. Betriebsbedingte Kündigungen seien bislang noch eine Ausnahme. Erst sieben Prozent der Unternehmen hätten Mitarbeiter entlassen müssen. Allerdings hätten 36 Prozent der Betriebe gemeldet, die Zahl ihrer Beschäftigten in den nächsten drei Monaten zu verringern.

Insgesamt geht das Ifo-Institut von 7,3 Millionen Kurzarbeitern im Mai aus. Es bezieht sich dabei auf Beschäftigte, die tatsächlich in Kurzarbeit sind. Die Zahl der Beschäftigten, für die grundsätzlich Kurzarbeit angemeldet ist, liegt höher. Die Schätzung beruht auf Daten aus der Konjunkturumfrage des Instituts.

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